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Cannes ist eröffnet

Mit viel Blitzlicht haben am Mittwoch die Filmfestspiele in Südfrankreich begonnen. Dabei ging es auch um Politik – und um Recht.

Die Stars des Actions-Spektakels Robin Hood haben am Mittwoch den Startschuss für das Filmfest in Cannes gegeben. Der Australier Russell Crowe und seine Film-Partnerin Cate Blanchett eröffneten den Reigen der Stars an der französischen Riviera.

Auf dem roten Teppich wurden im Laufe des zwölftägigen Festivals auch Oscar-Preisträger Sean Penn, Star-Regisseur Woody Allen und Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger erwartet. Im Wettbewerb bei den 63. Filmfestspielen an der Croisette sind 19 Filme zu sehen. Wer am 23. Mai die Goldene Palme bekommt, entscheidet die Jury unter Vorsitz von US-Kultregisseur Tim Burton.

Viele asiatische Filme

Neben drei Filmen aus dem Gastgeberland Frankreich gibt es dieses Jahr viele Beiträge aus Asien. In letzter Minute ging der britische Regisseur Ken Loach mit seinem neuen Streifen «Route Irish» ins Rennen - ein Film über britische Sicherheitsfirmen im Irak-Krieg. Die USA sind nur mit Doug Limans Politthriller «Fair Game» mit Sean Penn und Naomi Watts vertreten.

Blanchett neidisch

Robin Hood stand am Mittwochabend als Eröffnungsfilm auf dem Programm, allerdings ausser Konkurrenz. Regisseur Ridley Scott selber wird die Uraufführung vom Krankenbett aus verfolgen müssen. Er habe sich nicht wie erhofft genug schnell von einer Knieoperation erholt, erklärte er.

Robin Hood würde heute wahrscheinlich «die Monopolisierung der Medien als grössten Feind sehen», witzelte Crowe, der mit Scott schon «Gladiator» gemacht hatte, in Cannes. Seine Ko-Darstellerin Cate Blanchett zeigte sich neidisch: «Ich wollte immer lieber Robin Hood sein als Maid Marian», sagte sie. «Genauso war sie im Film», erwiderte Crowe. «Gib uns deine Lederhosen, Russell», habe sie bei den Dreharbeiten immer wieder gesagt.

Ausserhalb des Wettbewerbs ist in Cannes auch Oliver Stones Fortsetzung von «Wall Street» zu sehen. In einer Reihe restaurierter Filmklassiker zeigt unter anderem der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff seinen Film «Die Blechtrommel», der 1979 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden war.

Petition für Polanski

Ein Dutzend Filmemacher veröffentlichte vor Festivalbeginn eine neue Petition für ihren Kollegen Roman Polanski. Dem 76-Jährigen droht wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen in den 70er Jahren die Auslieferung von der Schweiz in die USA.

Es sei «unmöglich», jemanden wegen ein- und desselben Verbrechens zweimal zu verurteilen, schrieben Regisseure wie der chilenische Dokumentarfilmer Patricio Guzmán, der rumänische Filmemacher Cristi Puiu und der Schweizer Jean-Luc Godard in der Solidaritätsbekundung. Das Auslieferungsgesuch der Vereinigten Staaten gründe «auf einer Lüge».

Die französische Regierung verlangte derweil wenige Stunden vor dem Festivalstart vom Iran die «sofortige Freilassung» des preisgekrönten Filmemachers Jafar Panahi, der eigentlich in der Jury sitzen sollte. Der 49-Jährige, der offen die iranische Oppositionsbewegung unterstützt, ist in Haft, weil er angeblich einen Film über die Proteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr drehen wollte.

SDA/oku

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