Zum Hauptinhalt springen

Coolness konzentriert

Vor dreissig Jahren starb Steve McQueen. Er war ein Motorradnarr, ein Frauenheld – und nebenbei auch ein glänzender Schauspieler. Rückblick auf das Leben des «King of Cool».

«The Sand Pebbles»: Ein weiterer McQueen-Film aus den 1960er-Jahren, der zu deutsch «Kanonenboot am Yang Tse Kiang» heisst.
«The Sand Pebbles»: Ein weiterer McQueen-Film aus den 1960er-Jahren, der zu deutsch «Kanonenboot am Yang Tse Kiang» heisst.
Keystone
Ein Autonarr und Frauenheld: Steve McQueen posiert mit dem Model Peggy Moffit vor seinem 1963 Ferrari 250 GT Berlinetta Lusso.
Ein Autonarr und Frauenheld: Steve McQueen posiert mit dem Model Peggy Moffit vor seinem 1963 Ferrari 250 GT Berlinetta Lusso.
Keystone
«The Hunter»: Seinen letzten Film drehte Steve McQueen 1980, kurz vor seinem Tod.
«The Hunter»: Seinen letzten Film drehte Steve McQueen 1980, kurz vor seinem Tod.
Keystone
1 / 3

«Live fast, die young» lautete das Lebensmotto von Steve McQueen, der unter den «Angry Young Men» der 60er Jahre selbst Paul Newman, Dennis Hopper und Marlon Brando an Exzentrik ausstach. Am 7. November jährt sich zum 30. Mal der Todestag des mit nur 50 Jahren gestorbenen «King of Cool».

«Hätte ich als Schauspieler keinen Erfolg gehabt, wäre ich wohl auf die schiefe Bahn geraten», behauptete der attraktive Outlaw mit den blauen Strahleaugen stets. Sein Vater entschwand kurz nach seiner Geburt, die Mutter trank. Der halbstarke Sohn trieb sich mit Strassengangs herum und landete im Heim. Nachdem er bei der Armee gedient, auf texanischen Ölfeldern und als Holzfäller geschuftet hatte, probierte er es mit der Schauspielerei. Unter 2.000 Bewerbern wurde er 1955 an der renommierten Lee-Strassberg-Schule aufgenommen.

Ein Leben auf der Überholspur

1956 drehte er mit Paul Newman «Die Hölle in mir» und bekam 1958 die Hauptrolle im Sci-Fi-Thriller «Blob - Schrecken ohne Namen». Sein Durchbruch folgte 1960 mit dem Western «Die glorreichen Sieben». Seine Motorradstunts als kriegsgefangener Flieger in «Gesprengte Ketten» wurden ebenso legendär wie die Verfogungsjagd im Ford Mustang durch die Strassen von San Francisco im Krimi «Bullitt». Stilbildend war er auch als besessener Zocker in «Cincinnati Kid» und lässiger Gentleman-Gangster in «Thomas Crown ist nicht zu fassen». 1966 bekam er für «Kanonenboot am Yang-Tse-Kiang» eine Oscarnominierung.

Seine Gagen gab der Hobby-Raser für seinen Fuhrpark aus, der zirka 120 Motorräder, 55 Autos und 5 Flugzeuge umfasste. Und er produzierte den Rennfahrerfilm «Le Mans», der jedoch floppte. Als Bankräuber in «The Getaway», Sträfling in «Papillon» und mit dem Katastrophenfilm «Flammendes Inferno», für den er 1974 die damals unerhörte Gage von 14 Millionen Dollar bekam, konnte der eigenwillige Darsteller seine Kasse jedoch locker aufstocken. Daneben betätigte er sich lange vor der «Sex Drugs & Rock`n Roll»-Generation als Rebell und wüster Rowdy, dem die Frauen zu Füssen fielen.

Rollkragenpullover und Sonnenbrille

Ali McGraw, seine Partnerin in «Getaway», verliess für ihn stehenden Fusses ihren Mann und wurde seine zweite Ehefrau. Und dem Attentat der Manson Family auf Sharon Tate 1968 entging er angeblich nur, weil er sich auf dem Weg zu Polanskis Haus auf einen Quickie einliess. Über die Eskapaden des dreimal verheirateten Stars wird leicht vergessen, dass viele seiner 30 Filme Klassiker sind und sein stoischer Minimalismus bei zukünftigen Actionhelden Schule machte. Nebenbei wurde er mit seinen Rollkragenpullovern und Sonnenbrillen zur Mode-Ikone und kurbelte auch den Verkauf von Ford Mustangs an.

Ironie des Schicksals: weder das Rauchen noch seine Rennfahrerleidenschaft kosteten ihn das Leben. Er litt an einem seltenen Lungenkrebs, der vermutlich durch Asbestfasern ausgelöst wurde, mit denen er als 17-jähriger Panzermechaniker beim Militär in Kontakt gekommen war. Nicht umsonst landete Popsängerin Sheryl Crow mit ihrem Song «Steve McQueen» einen Hit - der wilde Kerl erinnert daran, dass Schauspieler einst auch ausserhalb der Kamera Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten waren.

dapd/jos

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch