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Das böse Selfie

Zweimal Jake Gyllenhaal, zweimal Jesse Eisenberg, zweimal Doppelgänger im Film. Die Angstfigur ist zurück für die Ära der Egobewirtschaftung, sie erinnert an unsere digitalen Klone.

Das bin doch nicht ich: Jesse Eisenberg und Jesse Eisenberg in «The Double». Foto: Dean Rodgers (Magnolia Pictures)
Das bin doch nicht ich: Jesse Eisenberg und Jesse Eisenberg in «The Double». Foto: Dean Rodgers (Magnolia Pictures)

«There!», sagt Simon, der Beamte im Kafkaland, und deutet auf den Neuankömmling, der exakt so aussieht wie er selbst. Sein Bürokollege schaut hin, unendlich lange, aber es fällt ihm nichts Besonderes auf. Er sieht einfach eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den beiden, mehr nicht. Sowieso, Simon ist von einer derartigen Unscheinbarkeit, dass man ihn nicht einmal bemerkt, wenn es ihn zweimal gibt. «You’re a bit of an nonperson, really», erklärt der Kollege. Simon, der verdruckste, verschreckte, von der Welt verschluckte Beamte, starrt entgeistert auf seinen Doppelgänger. Hier bin ich, dort drüben bin ich auch, und keiner scheints zu merken. Oder bin ich wirklich ein Niemand und mein Double ist ein Jemand? Und auch wenn die Frage keinen Sinn hat: Was hat der Mann, was ich nicht habe?

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