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Das Fossil, die Leiche, das Brot und das Wetter

Der englische Regisseur Peter Greenaway dreht einen Film über den rumänischen Bildhauer Constantin Brâncusi. Er kam dafür auch ins zürcherische Stallikon – wo er Schnee erwartete. Ein Besuch am Set.

«Ich dummes altes Fossil»: Peter Greenaway in einer Mühle in Stallikon, die als Filmset für sein neues Werk dient. Foto: Sabina Bobst
«Ich dummes altes Fossil»: Peter Greenaway in einer Mühle in Stallikon, die als Filmset für sein neues Werk dient. Foto: Sabina Bobst

Meine Erfahrung beim Beobachten von Dreharbeiten war immer die: Es gibt wenig zu beobachten. Die Kunst, die jemand im Kopf hat, steht noch in einem rechten Missverhältnis zur Langeweile, sie entstehen zu sehen. Auch stimmt selten das Wetter.

Wenn nämlich die Kunst, insbesondere der Film, sich mit der Natur einlässt, foutiert sich die Natur sehr oft um die künstlerische Vorstellung. Sie ist ihr bedenklich gleichgültig. Selbst ein Regisseur wie der Engländer Peter Greenaway, der das natürlich wuchernde Chaos der Realität noch immer gebändigt hat in der intellektuellen Ordnung seiner dramaturgischen Spiele – in Zahlenfolgen («Drowning by Numbers») und Farbwerten («The Cook, the Thief, His Wife & Her Lover»), in enzyklopädischen Listen und auch in sauber gepackten Koffern («The Tulse Luper Suitcases») –, selbst so einer muss dann feststellen, wie der Begriff «Dreckswetter» sich stark relativiert. Er kann zum Beispiel bedeuten, dass in Stallikon ZH im Knonaueramt die Sonne scheint, wenn sie nicht gebraucht wird.

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