Das grosse «Avengers»-Lexikon

«Endgame» ist drauf und dran zum grössten Kinoerfolg der Welt zu werden. Unser Who is Who zum Marvel Cinematic Universe.

Der Trailer zu «Avengers: Endgame».
Video: tmdb.pro

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Zehn Jahre lang hielt James Camerons «Avatar» die Spitzenposition als umsatzstärkster Film, das Science-fiction-Werk spielte weltweit 2,8 Milliarden Dollar ein. Doch die Nr. 1 wankt. «Avengers: Endgame» von Anthony und Joe Russo hat nach nur drei Wochen Spielzeit bereits 2,5 Milliarden Dollar eingenommen.

«Endgame» ist der 22. Film im Marvel Cinematic Universe (MCU), einer Reihe, die 2008 mit «Iron Man» begann und seither eine Vielzahl von Marvel-Figuren mit- und gegeneinander kämpfen liess. Höchste Zeit, um noch einmal auf die wichtigsten Persönlichkeiten zurückzublicken und deren Besonderheiten herauszustreichen. Wer hat den besten Musikgeschmack? Wer führt sich wie ein alttestamentarischer Gott auf? Und wer gehört eigentlich nur halb zur MCU-Heldenversammlung?

Iron Man


Die zentrale Avengers-Figur: Wie die meisten Marvel-Helden wurde Iron Man alias Tony Stark als Comic-Held in den Sechzigern geboren, die erste Realverfilmung erfolgte erst 2008. Stark, gespielt vom launigen Robert Downey Jr., nennt sich «Genie, Milliardär, Playboy und Philantroph». Stimmt. Und Köpfchen hat er auch: Der einstige Waffenfabrikant stellt saubere Energie und flugtaugliche Rüstungen für den Eigenbedarf her. (zas)

Captain America


Steve Rogers (Chris Evans), geboren 1918, war ein schmächtiges Bürschchen, wurde im Zweiten Weltkrieg mittels Serum zum Supersoldaten Captain America hochgepimpt und lag dann 70 Jahre im arktischen Eis. Er ist der schildbewehrte Co-Anführer der Avengers, der gute Patriot von nebenan und hat oft Differenzen mit Iron Man. Von dem kriegt er auch mal zu hören: «Alles, was dich ausmacht, kam aus einer Flasche.» (zas)

Spider-Man


Mit Peter Parker schufen Stan Lee und Steve Ditko 1962 die Comic-Identifikationsfigur einer ganzen Generation: Parker/Spider-Man ist ein Schüler, der nach einem Spinnenbiss übermenschliche Fähigkeiten entwickelt, aber ein Aussenseiter bleibt. Die Figur erfuhr zahlreiche Verfilmungen, seit 2016 wird Spider-Man von Tom Holland gespielt. Innerhalb des Marvel Cinematic Universe wurde die Figur von Tony Stark rekrutiert, der zu seinem Mentor avancierte. Speziell bei Spider-Man ist, dass Marvel nur die Merchandisingrechte besitzt, die Filmrechte liegen bei Sony. Dank eines Deals zwischen den Studios darf Spidey jedoch Teil des Marvel Cinematic Universe sein. (zas)

Captain Marvel


Erst nach 20 Filmen kam Marvel auf die Idee, eine Frau zur alleinigen Titelheldin zu machen (die DC-Konkurrenz war mit «Wonder Woman» schneller). Captain Marvel ist eine Stehauffrau mit enormen Kräften, aber leider noch zu oft in anderen Galaxien beschäftigt. Das sollte sich in Phase IV des Marvel Cinematic Universe dringend ändern. In den Comics hiess die Figur zunächst Ms. Marvel, da es bereits einen männlichen Mar-Vell gab. Auch DC hatte einen Captain Marvel, musste diesen aber wegen fehlender Rechte in Shazam umbenennen. (zas)

Thor


Sohn des Odin, ewiger Feind des Loki und gefürchteter Gott des Donners, der gemäss mythologischen Quellen zu Gefrässigkeit neigt und schnell verloren ist ohne seinen freudianisch übercodierten Hammer. Am Anfang von «Endgame» erscheint er – oh Schreck – mit einer ziemlichen Bierwampe, dafür hat er sich quasi als ausserirdischer Siedler eine göttliche Heimat auf Erden gebaut: New Asgard (als Kulisse diente ein schottisches Fischerdorf). Läuft manchmal Gefahr, sich zum Gespött zu machen, weshalb der lustige Australier Chris Hemsworth seit je eine glückliche Besetzung war: Er nimmt das Harte mit Leichtigkeit. (blu)

Hulk


Der Problemheld: «The Incredible Hulk» (2008) schnitt von allen Marvel-Werken am schlechtesten ab. Und was sonst nie vorkam: Der Hauptdarsteller musste ausgewechselt werden. Auf den schwierigen Edward Norton folgte 2010 Mark Ruffalo. Als Wissenschaftler Bruce Banner funktioniert die Figur bei den Avengers hauptsächlich als Stichwortgeber. Spannender ist der Gammastrahlen-Geschädigte als grüner Wüterich. Was man dem abgewinnen kann, zeigte etwa «Infinity War» (2018), als sich Hulk plötzlich weigerte, aus Banner hervorzukommen. (zas)

Black Panther


Hört auch auf den Namen T’Challa. In «Avengers: Endgame» hat der Herrscher über das Land und die Stämme der afrikanischen Spitzenindustrienation Wakanda nicht allzu viel zu tun, allerdings ist er im Vorgängerfilm ja auch gestorben (aber was heisst das schon in diesem Universum?). Ausserordentlich talentiert im Nahkampf, hat in Physik promoviert. Nicht ohne Stolz. (blu)

Black Widow


In den Comics hiessen mehrere Figuren Black Widow, in den Marvel-Filmen gibt es nur Natasha Romanoff (Scarlett Johansson). Die trickreiche und superleise Nahkämpferin/Agentin pflegt eine geheimnisvolle Verbindung zum Bogenschützen Hawkeye (Jeremy Renner), mit dem sie einst auf Mission in Budapest war. Was sich dort zutrug, könnte im für 2020 erwarteten «Black Widow»-Film zum Thema werden. (zas)

Ant-Man


Scott Lang (Paul Rudd) ist eine Art fideler Robin Hood, bis ihm vom Physiker Hank Pym (Michael Douglas) ein Schrumpfanzug untergejubelt wird. Damit gelangt Lang/Ant-Man in den subatomaren Quantenraum, was in «Endgame» matchentscheidend ist. (zas)

Doctor Strange


Erst nach mehreren Anläufen hat der Ex-Chirurg und Magier Doctor Stephen Strange den Sprung von der Comic- zur Filmfigur geschafft. Dabei sind Übergänge zwischen Welten seine Spezialität: Er kann feurige Portale öffnen, die nach irgendwo führen. Auch die Zukunft steht ihm offen – in einer höchst skurrilen Szene, in der ein wild zuckender Benedict Cumberbatch alle möglichen Ausgänge des «Infinity War» durchgeht. (suk)

Star-Lord


Er hat den besten Musikgeschmack im ganzen Universum: Peter Quill alias Star-Lord, der von Chris Pratt verkörperte Chef der Guardians of the Galaxy. Dank Kassetten, die ihm seine sterbende Mutter geschenkt hat, düst er zu den schönsten Songs der 1970er durchs All («Lake Shore Drive»! «Mr. Blue Sky»!). Nur wenn ihm einer den Walkman klaut oder kaputtmacht: Dann wird er wirklich wütend. (suk)

Rocket


Nein, er ist kein Karnickel, auch kein Backenhörnchen; da liegen Thor und Star-Lord falsch. Rocket ist ein manipulierter Waschbär mit Vorliebe für Prothesen und schwere Waffen, der beste Freund des Baumwesens Groot – und ein ideales Mitglied der «Guardians of the Galaxy», die immer wieder einen kräftigen Schuss Ironie ins Marvel-Universum feuern. (suk)

Loki


Wo ist Loki? Wer ist Loki? Und vor allem: Wie ist Loki? Man weiss es nicht so recht. Der Gott der Täuschung, Odins Adoptivsohn, kann nicht nur seine Gestalt ändern. Auch seine Moral ist, nun ja: mal so, mal anders. Konstant sind bloss zwei Dinge: die Eifersucht auf Odins wahren Sohn Thor. Und die schmierige Frisur, die Tom Hiddleston allerdings erstaunlich gut steht. (suk)

Thanos


Mütterlicherseits ein Alien-Abkomme vom Saturnmond Titan, der zuletzt sämtliche sechs Infinity-Steine zusammenramassiert hat, um mit dieser Superwaffe die Hälfte der Lebewesen des Universums auszulöschen; er tat es, indem er mit den Fingern schnippte. Hat eine Abneigung gegenüber Vitalität und prüft die Avengers gern wie ein alttestamentarischer Gott, ist also vollkommen wahnsinnig. (blu)

Erstellt: 17.05.2019, 19:08 Uhr

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