Das sind die Gewinner der Zürcher Filmpreise

Die Zürcher Filmpreise gingen an drei Spielfilme, einen Dokumentarfilm und einen Kurzfilm. Den Kurzfilmpreis der Stadt Winterthur gewann ein Film über die Beständigkeit der Liebe.

Global hochgelobt: Petra Volpes «Die göttliche Ordnung» räumte einen Preis ab. Bild: Keystone

Global hochgelobt: Petra Volpes «Die göttliche Ordnung» räumte einen Preis ab. Bild: Keystone

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Es hat auf der Hand gelegen, niemand an der gut und gut gelaunt besuchten heurigen Verleihung der Zürcher Filmpreise, der Cadrage 2017, hätte etwas dagegen haben können, und es war nichts als recht, wie man so sagt. Denn warum hätte Petra Volpes global hochgelobter und erfolgreicher Spielfilm «Die göttliche Ordnung» keinen Preis gewinnen sollen und warum nicht diesen? Der Zürcher Stadtrat vergab im Vertrauen auf seine Filmkommission 35'000 Franken der mit insgesamt 100'000 Franken dotierten Zürcher Filmpreise an diese liebenswerte Geschichte, die am sanft tragikomischen Exempel den Kampf ums Frauenstimmrecht in der Schweiz verhandelt. Petra Volpe bedankte sich per Videobotschaft aus Los Angeles, kämpfte mit ästhetisch störenden Holzpfosten und menschlichen Vollpfosten im weiten kalifornischen Hintergrund und verwies auf einen positiven Zusammenhang zwischen Schweizer Käse und Filmmarketing.

Was die Kategorie Spielfilm betraf, muss sich bei der Filmkommission allerdings offenbar auch eine Art störrischer Gerechtigkeitssinn geregt haben. Globalität war ihr nicht alles und Erfolg schon gar nicht. 10'000 Franken gingen an den Film «Marija» des Baslers Michael Koch, worin das Leben ein kräftefressendes Monster ist und der Mensch, auch der weibliche, des Menschen Wolf. Eine beeindruckende Nischenproduktion. Und schliesslich schiens sogar, als hätte es die Jury etwas übertrieben mit ihrer gerechten Grosszügigkeit und den 10'000 Franken für Martin Guggisbergs wohlgemeinte Farce «Usgrächnet Gähwilers», worin Afrika der freisinnigen Schweiz buchstäblich auf den Spannteppich blutet. Die Juroren sahen wirksames Timing, wo keines war, und schwarzen Humor, wo komischer Gebrauchswert einfach nur verschwendet wurde.

Bei den Dokumentarfilmen wurde deutlich entschiedener entschieden. 35'000 Franken gingen hier an Milo Raus «Das Kongo Tribunal», den Film zum Theaterprojekt, das in kongolesische Höllen blickte und aus einer Fiktion Wahrheitsfunken schlug (Filmstart in Zürich ist diesen Donnerstag).

Es blieben: Kurzfilme. Den Zürcher Kurzfilmpreis, die letzten 10'000 Franken, erhielt der Regisseur Nikola Ilic für die Dokumentation «Rakijada – Distillated Village Tales», eine serbische Geschichte von Dorfkultur und Schnaps. Der im Rahmen der Cadrage vergebene Kurzfilmpreis der Stadt Winterthur wurde verliehen an «Fast alles» von Lisa Gertsch, eine zarte Erzählung von der Beständigkeit der Liebe.

Nicht zu vergessen die 635'000 Franken Erfolgsprämie von «Succès Zürich». Da galts zwar auch der Kunst, aber doch vor allem der Abstimmung an der Kinokasse. «Heidi» von Alain Gsponer und «Der grosse Sommer» von Stefan Jäger schwangen hier bei den Spielfilmen obenauf. Und insgesamt: verlässliche Verhältnisse in der Zürcher Filmpolitik. Die Sorge galt eher der No-Billag-Initiative und der Bedrohung der filmfördernden SRG. Über den Konversationen schwebte die Vision vom Schmalhans als künstlerischem Küchenmeister. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.11.2017, 22:33 Uhr

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