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Der 50-Oscar-Mann

Sidney Lumets Karriere war eine Mischkalkulation zwischen Filmen mit gesellschaftskritischem Anliegen und pragmatisch erzählten Genrestücken. Wir zeigen Ausschnitte.

Sein Arbeitstempo war legendär. Paul Newman, den er in «The Verdict» (1982) zu einer seiner grössten Leistungen führte, gab ihm den Spitznamen Speedy Gonzales. «Network» (1976) hatte Sidney Lumet zwei Wochen vor Drehschluss im Kasten; selbst bei einem Film wie «Prince of the City» (1981), mit über 100 Sprechrollen und ebenso vielen Drehorten, unterschritt er den Drehplan um elf Tage. Rund 500 Fernsehspiele hat er während des Goldenen Zeitalters des Live-TV in den 50er-Jahren gedreht und seit «Twelve Angry Men» (1957) 45 Kinofilme inszeniert. Wären seine Stoffe nicht oft so unkommerziell und kontrovers gewesen, hätte ihm sein Arbeitstemperament gewiss das doppelte Pensum erlaubt. Seine Karriere war eine Mischkalkulation zwischen Filmen mit gesellschaftskritischem Anliegen und pragmatisch erzählten Genrestücken. Seine Sehnsucht nach dem Unbeschwerten hat Lumet nie wirklich gestillt. Jedes Mal ist dem Moralisten die leichtfüssige Unterhaltung doch unwillkürlich zum Charakterdrama geraten.

Szenen auf engem Raum

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