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Die Melodie der Vergangenheit

Xavier Kollers Spielfilm «Schellen-Ursli» kommt dem Charme des Kinderbuchs sehr nahe. Und er handelt von mehr als vom Ehrgeiz, die grösste Glocke zu haben.

«Hoch in den Bergen, weit von hier, dort wohnt ein Büblein so wie ihr», das ist Kinderbuchklassik, und jedes rechte Schweizerkind und jeder Herzensbündner weiss – und wenn nicht, haben die Eltern etwas versäumt: Das Büblein, ­unsterblich geworden und ewig jung geblieben durch den Maler und Zeichner Alois Carigiet, das ist der Uorsin, der Ursli, der keine kleine Schelle wollte, sondern die grösste Glocke von allen, um damit den Winter wegzuläuten an der Spitze des Chalandamarz-Umzugs im Dörflein Guarda. Er musste zu diesem Zweck durch den Schnee hinauf ins Maiensäss seiner Eltern, wo diese Glocke hing, und das Kind in uns erinnert sich natürlich auch noch an das Ringbrot, das daneben hing und Mitte der 1960er-Jahre gerade in Mode war. Es schmeckte frisch sehr gut. Doch das im Maiensäss war steinhart, wie eine Mauer, heisst es im Buch, aber der Ursli biss trotzdem hinein, denn er war nicht verwöhnt und hatte gesunde Zähne, und auch so wurde ein Bergbub zum Helden.

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