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Der «höhere Unsinn» des Überlebens

Benjamin Murmelstein war der letzte Vorsitzende des Judenrats im KZ Theresienstadt. Claude Lanzmann machte einen Dokumentarfilm über ihn.

Das Böse war nicht banal: Regisseur Claude Lanzmann (l.) im Gespräch mit Benjamin Murmelstein. Foto: Absolut Medien GmbH
Das Böse war nicht banal: Regisseur Claude Lanzmann (l.) im Gespräch mit Benjamin Murmelstein. Foto: Absolut Medien GmbH

Ob er, der Doktor Benjamin Murmelstein, glücklich sei in Rom, fragte im Jahr 1975 der Regisseur Claude Lanzmann. Und die Dächer der Stadt glänzten kupfrig in einer milden Sonne, und Doktor Murmelstein dachte nach über das Wort «glücklich» und sagte dann: Er sei es, soweit ein Jude im Exil glücklich sein könne. Es schwang in dem Satz (so scheint es heute, und so wird es Lanzmann auch damals verstanden haben) das Unglück mit, zu Hause zu sein, aber nie wirklich daheim. Und es war eine kleine menschliche Pause, in der Murmelstein sich in die verletzte Seele blicken liess während eines langen Gesprächs über die Unmenschlichkeit einer Zeit, in der einer noch Glück hatte, wenn er nur unglücklich war.

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