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Der Mann in der Puppe

Um Charlie Kaufman, den Autor von «Being John Malkovich», war es lange still. Mit dem Trickfilm «Anomalisa» kehrt er in alter Schwermut zurück.

Sie werden sich die Kleider ausziehen, und darunter kommt tatsächlich etwas zum Vorschein: Die Kummerpuppen Michael und Lisa in «Anomalisa». Foto: Paramount Pictures
Sie werden sich die Kleider ausziehen, und darunter kommt tatsächlich etwas zum Vorschein: Die Kummerpuppen Michael und Lisa in «Anomalisa». Foto: Paramount Pictures

Hat er uns ausgespuckt aus seinem Gehirn? So wie die Figuren in «Being John Malkovich» (1999), die durch ein Geheimportal den Kopf von John Malkovich betraten, bis sie im Nirgendwo wieder ausgehustet wurden? Der 1958 in New York geborene Charlie Kaufman hat das Drehbuch für die absurde Komödie geschrieben, und seither fragen sich einige Fans, wie man in den Kopf zurückkommt. Es war ja auch das Hirn von Charlie Kaufman, in das wir da schauten, ein Wunderland der Melancholie. Kaufman schickte uns danach auf weitere, irrwitzig verschlaufte Mentaltrips über Kummermänner, sie hiessen «Adaptation» (2002), «Eternal Sunshine of the Spotless Mind» (2004) oder «Synecdoche, New York» (2008). Dann wurde es ruhiger, Filmprojekte zerbröselten, es fehlte das Geld oder das Vertrauen in einen Autor, der sich auch als Regisseur versuchen wollte.

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