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Der Mensch ist ein böses Tier

Sebastião Salgado fotografierte die Leichenberge der Welt und ging daran fast zugrunde. In Wim Wenders’ Dokumentarfilm «Das Salz der Erde» betrachtet der grosse brasilianische Fotograf sein Lebenswerk.

In der emphatischen Sozialfotografie sah der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado seine Lebensaufgabe: Wim Wenders porträtiert in «Das Salz der Erde» einen Künstler - und einen Vater.
In der emphatischen Sozialfotografie sah der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado seine Lebensaufgabe: Wim Wenders porträtiert in «Das Salz der Erde» einen Künstler - und einen Vater.
Juliano Ribeiro Salgado/Filmcoopi Zürich AG
Das Abenteuer Welt und die paradiesischen Reservate: Im Film fotografiert Salgado die freundlichen Menschen vom Stamm der Zo'é im Regenwald Brasiliens.
Das Abenteuer Welt und die paradiesischen Reservate: Im Film fotografiert Salgado die freundlichen Menschen vom Stamm der Zo'é im Regenwald Brasiliens.
Juliano Ribeiro Salgado/Filmcoopi Zürich AG
Das Leid, das Salgado dokumentiert, ist uns zumutbar, weil da einer den realen Schrecken selber ausgehalten hat, bevor er ihn fotografierte: Sebastião Salgado mit Werken.
Das Leid, das Salgado dokumentiert, ist uns zumutbar, weil da einer den realen Schrecken selber ausgehalten hat, bevor er ihn fotografierte: Sebastião Salgado mit Werken.
Donata Wenders/Filmcoopi Zürich AG
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Als der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado, geboren 1944, alles gesehen hatte nach seinem gewaltigen Bilder-projekt «Exodus» (1993–1999), wollte er nichts mehr sehen. Keine Menschen mehr am tiefsten Punkt ihrer Not und am Ende ihres Widerstands, in der Sahelzone oder im Kongo, wo ihnen die Haut zur Baumrinde verdorrt war, bevor die Cholera sie ganz austrocknete. Nichts mehr wie in Ruanda, keine Berge von zerhackten und zerfetzten Leichen auf der Strasse nach Kigali, keine Flüchtlingsströme von einer Katastrophe in die andere und wieder zurück, keine kongolesischen Lager, in denen Kadaver mit Baggern verscharrt wurden. Auch das zerrissene Jugoslawien nicht mehr, wo er 1994 erlebt hatte, wie europäische Nachbarn in abstossender Gewalttätigkeit versanken.

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