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«Der soll mein Land verlassen!»

Er vererbt seinem Sohn eine beschränkte Weltsicht und die damit verbundene Isolation: Der feindselige Vater im heutigen Kurzfilm.

ama
Wie der Vater so der Sohn?: In «My Dad» erzählt ein Junge von seinem rassistischen Vater.

«Mein Vater sagt ...» Es folgt eine Pause. Der Erzähler bringt es nicht über die Lippen, aber dafür auf die Leinwand.

Er könnte bei einer lächerlichen Pegida-Demonstration mitmachen, der feindselige Vater des Erzählers in «My Dad». Er packt den Sohn an der Hand, schleppt ihn zum Protestmarsch und setzt auf Eskalation. «Der soll das Land verlassen! Er spricht ja nicht mal unsere Sprache!» Im Kurzfilm entfalten sich die rassistischen Ansichten des Vaters zu einem kinematografischen Wirrwarr.

Warum es zum akustischen und visuellen Durcheinander kommt? Weil die Argumentation des Vaters sinnlos ist. Sie wiederholt sich. Sie wird in ihrer Phonetik aggressiv und laut, nur, weil sie keine andere Meinung eindringen lassen will.

Vererbung der Isolation

Der Vater unternimmt immer dasselbe: Er holt seinen Jungen aus der Schule, geht zum Barbier, isst Fisch und Chips, liest die Zeitung, richtet seinen Finger dabei verärgert auf gewisse Schlagzeilen. Der Sohn ist immer dabei, ihm vermittelt er seine Werte, seine Weltsicht, seine wertende Haltung. Zusammen mit der Zuneigung des Sohnes führt die Situation zu einem desolaten Zustand: Er lähmt die Ansichten des Sohnes, vererbt seine einseitige Meinung, vererbt seine Isolation.

Marcus Armitage ist ein Bafta-nominierter Filmemacher aus Yorkshire mit einem Master of Arts in Animation des Royal College of Art. Armitage macht Filme über den Wandel des modernen Englands und die Menschen, die sich damit schwertun und dagegen ankämpfen.

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