Netflix-Rekord für Adam Sandlers Krimikomödie

Noch kein Film startete erfolgreicher als «Murder Mystery» – dank dem kürzlich noch bemitleideten und belächelten Schauspieler.

Luke Evans, Adam Sandler und Jennifer Aniston im Film «Murder Mystery». Foto: Scott Yamano

Luke Evans, Adam Sandler und Jennifer Aniston im Film «Murder Mystery». Foto: Scott Yamano

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Vor vier Jahren hätte kaum noch jemand auf Adam Sandler gesetzt. Der US-Star mit Drang zum Schenkelklopf-Humor war damals nach Filmen wie «Jack and Jill», «Der Chaos-Dad» und «Pixels» an einem Karrieretiefpunkt angelangt. Diese Werke, allesamt von Sandlers eigener Firma Happy Madison Productions fabriziert, performten unterdurchschnittlich, erhielten vernichtende Kritiken und bekamen Auszeichnungen und Nominationen bei jenem Preis, den keiner haben will: der Goldene Himbeere.

Trotzdem war Sandler 2015 immer noch einer der bestbezahlten Schauspieler, und diesen Umstand nutzte er, um einen Exklusivdeal mit Netflix einzufädeln und sich vom Kinogeschäft vollständig zurückzuziehen. Obwohl seine Filme nicht wirklich besser wurden, gelang es Sandler, seine Position zu festigen – etwa dank dem Cannes-Wettbewerbsbeitrag «The Meyerowitz Stories (New and Selected)» – und den Deal mit dem Streamingdienst ab 2017 zu verlängern.

Trailer zum Film «Murder Mystery». Quelle: Netflix

Das jüngste Produkt dieser Vereinbarung heisst nun «Murder Mystery» und ist eine Krimikomödie, die auf einer Jacht im Mittelmeer spielt. Wie der New Yorker Unterdurchschnitts-Cop Nick Spitz (Sandler) mit seiner Frau Audrey (Jennifer Aniston) dorthin gelangt, entbehrt indes bereits sämtlicher Logik: Man hat im Flugzeug einen mysteriösen Erben (Luke Evans) getroffen, dessen Onkel kurz darauf auf dem Schiff ermordet wird.

Richtig grotesk wird es, als das US-Paar zu Hauptverdächtigen wird, der französische Inspektor (Dany Boon) vor allem damit beschäftigt ist, Rauchringe auszustossen, und man erst dank Audreys ungeahnter Kombinationsfähigkeiten den wirklichen Täter findet.

Wie Hercule Poirot in der Ehekrise

«Murder Mystery», könnte man sagen, ist eine Art Hercule Poirot in der Ehekrise, gefilmt vor malerischer Kulisse, und dieser Mix kommt offenbar an. Der Film von Kyle Newacheck läuft gemäss Netflix so erfolgreich, dass der Streamingdienst ausnahmsweise sogar Zahlen bekannt gegeben hat: 30,9 Millionen Haushalte hätten den Film in den ersten drei Tagen gesehen, erfolgreicher soll noch kein Werk gestartet sein. Das mag man glauben oder nicht; eine Vergleichsbasis unter Netflix-Produktionen existiert jedenfalls nicht.

Eines jedoch ist sicher: Adam Sandler, der vor vier Jahren bemitleidet und belächelt wurde, hat nicht nur seine Karriere wiederbelebt. Er ist mit «Murder Mystery» zum eigentlichen Topshot für anspruchslose Couchpotatoes aufgestiegen.

Erstellt: 20.06.2019, 15:32 Uhr

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