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Der Zauber des ZFF ist die Entzauberung

Das 12. Zurich Film Festival wirkte fast schon wie ein Anlass fürs Publikum.

Der ganz ordinäre Glamour auf dem grünen Teppich: Hugh Grant posiert mit Fans bei der Passage über die Strasse ins Kino Corso.
Der ganz ordinäre Glamour auf dem grünen Teppich: Hugh Grant posiert mit Fans bei der Passage über die Strasse ins Kino Corso.
Keystone

Die zwei Sätze, die man am Zurich Film Festival (ZFF) häufig hörte, waren: «Wer kommt heute?» und «Wo möchten Sie sitzen?» Im Kinosaal hatte man oft gut Platz, mehr jedenfalls als am grünen Teppich, wo die Stardichte wieder beträchtlich war. Tatsächlich sind die Auftritte der Ehrengäste etwas vom Substanziellsten am ZFF: weil sich diese der Laufkundschaft am Bellevue zeigen, in der Stimmungsmacherpose des «Ich bin es wirklich». Und weil sie uns konkret daran erinnern, was die Mehrheit unter dem Satz «Ich gehe ins Kino» versteht: Unterhaltung, nicht zu dumm, vielleicht mit einem bekannten Namen. Die Stadtzürcher mögen von sich behaupten, dass sie einen kultivierteren Geschmack haben. Nur ist es nicht so, dass die Stars am ZFF den Blick auf die Filme versperrten: Der US-Thriller «Imperium» mit einem sehr ernsthaften Daniel Radcliffe als Undercover-Agent bei den Neonazis war gerade wegen seines Low-Budget-Esprits und seiner Unebenheiten eine weit ergiebigere Erfahrung als so mancher Wettbewerbsfilm mit seriösem Anspruch auf Seelenschau.

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