Die Jagd nach dem «Avatar»-Rekord

Das Action-Spektakel «Avengers: Endgame» läuft seit April im Kino. Nun soll eine erweiterte Fassung anlaufen – und es so auf Platz eins der erfolgreichsten Filme der Geschichte bringen.

Wird nochmals im Kino zu sehen sein: Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) Foto: Marvel Studios

Wird nochmals im Kino zu sehen sein: Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) Foto: Marvel Studios

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Der Superhelden-Film «Avengers: Endgame» startete Ende April im Kino, wo er seitdem immer noch sehr erfolgreich läuft – und trotzdem soll nun zusätzlich noch eine erweiterte Fassung anlaufen.

Das verkündete Kevin Feige, Chef des Marvel-Studios, am Mittwoch in einigen US-Magazinen, unter anderem in Screen Rant: «Es wird eine Version ins Kino kommen mit ein paar neuen Elementen am Ende. Nach dem Abspann wird es ein paar Überraschungen geben.»

Solche Zweitauswertungen mit neuen Szenen gab es in Hollywood schon oft. Zum Beispiel wenn ein berühmter Film ein rundes Jubiläum feiert, wie Francis Ford Coppolas Klassiker «Apocalypse Now», der diesen Sommer zu seinem 40. Geburtstag nochmal einen kleinen Kinostart bekommt. Dass diese Ehre einem Werk zuteil wird, das erst seit zwei Monaten läuft, dürfte aber einen besonderen Grund haben.

Trailer zu «Avengers: Endgame». Video. zvg

Denn «Avengers: Endgame» ist unter der Masse der Superheldenblockbuster der letzten Dekade zwar der mit Abstand gewinnbringendste, aber mit einem kleinen Manko: Er steckt auf der Liste der erfolgreichsten Filme der Geschichte, weltweit wohlgemerkt, noch auf Platz zwei fest, hinter James Camerons «Avatar» (2009).

Es fehlen noch 44 Milliönchen

Letzterer verteidigt seine Spitzenposition tapfer mit einem Einspielergebnis von 2,788 Milliarden Dollar; «Avengers: Endgame» steht derzeit bei 2,744 Milliarden. Sprich: Es fehlen noch 44 Milliönchen, um die prestigeträchtige Poleposition einzunehmen, und das scheint das erklärte Ziel des Disney-Studios zu sein, dem die Produktionsfirma Marvel gehört.

Das Problem bei dieser letzten Hürde sind die sinkenden Zuschauerzahlen, die nach dem Start von Woche zu Woche weniger werden, weil die meisten Menschen, die den Film sehen wollen, ihn mittlerweile auch gesehen haben. Zum Vergleich: In seiner Startwoche Ende April spielte «Endgame» knapp 500 Millionen Dollar ein, in der zweiten Juniwoche waren es nur noch gut sieben Millionen. Mit der normalen Kinoauswertung würde Disney den Rekord also wohl nicht mehr knacken.

Gejagt: James Camerons «Avatar» . Foto: Disney

Deshalb scheint die neue Strategie zu sein, die Hardcore-Fans mit der alternativen Schnittfassung dazu zu bringen, sich ein zweites oder gar drittes Mal ein Kinoticket zu kaufen. Dazu passt es auch, dass Marvel-Chef Kevin Feige seine Ankündigung der neuen Version nicht in den grossen Hollywoodmedien wie Variety oder Hollywood-Reporter machte, sondern in kleineren Fan-Publikationen wie Screen Rant und comicbook.com.

Dabei geht es für Marvel/Disney mittlerweile vermutlich nicht mal mehr wirklich ums Geld. Es geht wohl mehr ums Prestige. Durch den Zukauf des Fox-Studios im letzten Jahr gehören Disney inzwischen auch die Rechte an der «Avatar»-Reihe. Das Studio steht markenrechtlich so oder so auf Platz eins der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten - zumindest nach dem Stand des Jahres 2019.

Und schaut man sich die Bestenliste inflationsbereinigt an, steht «Avengers: Endgame» weit abgeschlagen auf Platz 17 und «Avatar» auf Platz 15. Auf Platz eins hingegen thront dort immer noch ein Film aus dem fernen Jahr 1939: «Vom Winde verweht».

Erstellt: 20.06.2019, 12:32 Uhr

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