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Die Killerinnen mit dem weichen Herz

Actionheldinnen behaupten sich in Filmen gegen die fiesesten Bösewichte - die traditionellen Rollenklischees überwinden sie trotzdem nicht, so behauptet eine Sozialwissenschaftlerin.

Sie können jeden niederprügeln, ganze Infrastrukturen zerstören und gegen Ungerechtigkeit kämpfen, dennoch bleiben Actionheldinnen wie Lara Croft, Catwoman oder Die Braut in «Kill Bill» trotz demonstrierter Stärke das schwache Geschlecht, so besagt eine neue Studie. Sozialwissenschaftlerin Katy Gilpatric kommt darin zum Schluss, dass Frauen im Kino zwar vermehrt ihren Mann vor jedem Bösewicht stehen, sich aber trotzdem nicht von ihrer stereotypen Geschlechterrolle emanzipiert haben. Frauen fungierten nach wie vor lediglich als Handlanger ihrer männlichen, dominanteren Kollegen. Damit würde das zeitgenössische US-amerikanische Kino stereotype Geschlechterrollen fortleben lassen und sogar unterstützen.

Frauen stets untergeordnet

Filmtheoretiker behaupteten in den letzten Jahren vermehrt, dass Sigourney Weaver in ihrer Rolle als Lt. Ripley im Film «Alien» 1979 den Weg für andere weibliche Rollenbilder im amerikanischen Film geebnet habe. Doch Gilpatric kam zu einem anderen Schluss. Für ihre Studie hat sie sich 112 Actionfilme mit gewalttätigen, weiblichen Helden angesehen, die zwischen 1991 und 2005 veröffentlicht wurden. Untersucht wurden dabei vor allem Geschlechterrollen, demografische Merkmale und Art und Häufigkeit von Brutalität. Gilpatrics Ergebnisse: Mehr als 58 Prozent der Actionheldinnen würden gegenüber ihren männlichen Kollegen eine unterwürfige Rolle einnehmen, 42 Prozent von ihnen hätten eine Liebesbeziehung zu ihnen. Daraus schliesst die Wissenschaftlerin: Sobald Liebe ins Spiel kommt, wird selbst die härteste Heldin weich und legt ihre Waffen beiseite. Trotz kämpferischer und heldenhafter Auftritte seien auch Actionheldinnen wie etwa Lara Croft, Catwoman, Trinity in «Matrix» oder Ellen Ripley in «Alien» ihren männlichen Pendants stets untergeordnet und letztlich von deren Stärke abhängig.

Auch die härteste Kämpferin wird also weich, sobald sie Mister Right begegnet, schmeisst ihre rebellische Rolle über Bord und sinkt in seine Arme, so Gilpatric. Daraus schliesst die Sozialwissenschaftlerin, dass die Actionheldinnen ihre Weiblichkeit nicht als Machtquelle sehen, sondern sich in die traditionellen Geschlechtermuster fügen. Dennoch besteht Hoffnung, dass sich dies in den nächsten Jahren anders entwickeln könnte. Wie im Jahr 2010 mit weiblichen und männlichen Stereotypen umgegangen wird, lässt sich aktuell am Film «Kick-Ass» beobachten. Dort rettet eine 13-Jährige Profikämpferin die Ehre eines Möchtegern-Actionhelden.

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