Zum Hauptinhalt springen

Die Schwermut ringt um Leichtigkeit

1938 erwies der österreichische Schriftsteller Alfred Polgar der Schauspielerin Marlene Dietrich eine literarische Reverenz. Ein Werk aus Dankbarkeit und Not, das erst jetzt erschienen ist.

Marlene Dietrich war eine Melange aus Können, Disziplin und Charisma. Hier im Film «The Monte Carlo Story», 1956. Foto: AFP
Marlene Dietrich war eine Melange aus Können, Disziplin und Charisma. Hier im Film «The Monte Carlo Story», 1956. Foto: AFP

Das Büchlein «Marlene. Bild einer berühmten Zeitgenossin» von Alfred Polgar, erstmals herausgegeben vom Journalisten Ulrich Weinzierl, ist eine sehr lesbare Hommage an Marlene Dietrich, aber wirklich begreifbar erst durch seine Vorgeschichte.

Nämlich: Im Jahr 1934 und den folgenden ging es dem Schriftsteller Alfred Polgar nicht gut. Den Meister der kleinen Form, wie man ihn gern nannte (als ob sie durch ihn nicht gross geworden wäre), hatte die tiefe Niedergeschlagenheit einer bürgerlichen Not ergriffen, die noch nicht Armut war, aber auch kein Auskommen. Er spielte seiner Frau zuliebe «die Komödie der Zuversicht» (so nannte er es einmal), jedoch trieb ihn die «tägliche Sorge» um, woher «das Nötige für Kohle und Frass» zu nehmen sei, und die nicht geringere, wie einer Schnorrer sein und dabei Gentleman bleiben könne.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.