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Dietmar Schönherr ist tot

Der österreichische Schauspieler Dietmar Schönherr ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Bekannt wurde er durch die Science-Fiction-Serie «Raumschiff Orion».

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War Schauspieler, aber auch Schriftsteller, Übersetzer und Regisseur: Dietmar Schönherr, hier bei der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes am 24. November 2011.
War Schauspieler, aber auch Schriftsteller, Übersetzer und Regisseur: Dietmar Schönherr, hier bei der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes am 24. November 2011.
Keystone
Soziales Engagement: Schönherr mit Sängerin Edita Gruberova an einer Benefiz-Gala im Zürcher Opernhaus. (15. September 2002)
Soziales Engagement: Schönherr mit Sängerin Edita Gruberova an einer Benefiz-Gala im Zürcher Opernhaus. (15. September 2002)
Keystone
Auftritt in Zürich: Mit Christiane Hörbiger im Schauspielhaus während einer Aufführung von Harold Pinters «Betrogen». (15. Februar 1980)
Auftritt in Zürich: Mit Christiane Hörbiger im Schauspielhaus während einer Aufführung von Harold Pinters «Betrogen». (15. Februar 1980)
Keystone
Showstar: Während der ZDF-Sendung «Wünsch Dir was», die er moderierte.
Showstar: Während der ZDF-Sendung «Wünsch Dir was», die er moderierte.
Keystone
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Er etablierte das Format Talkshow im deutschen Fernsehen, war die Stimme von James Dean und lange Zeit mit der Schweiz verbandelt. In der Nacht auf Freitag starb der österreichische Schauspieler und Moderator Dietmar Schönherr 88-jährig auf Ibiza.

1977 bis 1990 war er am Zürcher Schauspielhaus engagiert und wohnte im aargauischen Kaiserstuhl. Ausserdem spielte er in den Schweizer Erfolgsfilmen «Handyman» von Jürg Ebe (2006), «Brandnacht» von Markus Fischer (1993), «Der schwarze Tanner» von Xavier Koller (1985) und im Oscar-gekrönten Film «Reise der Hoffnung» vom selben Regisseur (1990).

Star der ersten deutschen Science-Fiction-Serie

In den sechziger Jahren erlangt Schönherr als Commander McLane in der ersten deutschen Science-Fiction-Serie «Raumpatrouille: Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion», die in den Sechzigerjahren auf ARD ausgestrahlt wurde und mit einfallsreichen Filmtricks arbeitete.

1981 machte sich Schönherr in der Schweiz Feinde, als er in der allerersten schweizerischen Talkshow «Rendezvous» den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan ein «Arschloch» nannte. Er bekam korbweise Schmähbriefe: Er sei ja bloss ein «Gastarbeiter» und ein «degenerierter Balkanzigeuner».

Insgesamt spielte Schönherr, der ausser Deutsch noch vier weitere Sprachen sprach, in über 150 Kino- und Fernsehfilmen mit und synchronisierte unter anderen James Dean und Sidney Poitier. Daneben verfasste er Bücher, etwa «Nicaragua, mi amor» über sein Engagement in der Entwicklungshilfe, aber auch Kinder- und Jugendbücher, ein Hörspiel, Stücke und Liedtexte.

Aus Versehen in Nazifilm

Dietmar Schönherr wurde am 17. Mai 1926 in Innsbruck als Dietmar Schönherr Edler von Schönleiten geboren. Sein Vater war General, aber liberal; in seinem Nachlass fand man Antinazi-Gedichte. 1938 zog die Familie nach Potsdam.

Gleich nach dem Abitur spielte Schönherr seine erste Rolle im Nazi-Film «Junge Adler». Er sei halt noch zu jung gewesen, um die politischen Hintergründe zu durchschauen, sagte er später. Aus dem Kriegsdienst jedenfalls desertierte er, später gehörte er zu den Pionieren der Friedensbewegung.

Nach einem abgebrochenen Architekturstudium arbeitete er ab 1947 für Film, Radio und Fernsehen.

Mit «Je später der Abend» etablierte Schönherr 1972 die erste Talkshow im deutschen Fernsehen. Noch bekannter machte ihn die TV-Spielshow «Wünsch Dir was», die er mit seiner Frau Vivi Bach (1939-2013) moderierte. Die Sendung entfachte «Skandale» unter anderem wegen einer Kandidatin, die eine transparente Bluse trug.

1984 gründete Schönherr in Nicaragua das Projekt «La Posolera». Später kamen die Stiftung «Hilfe zur Selbsthilfe» und das Projekt «Casa de los tres mundos» dazu, ein internationales Kulturzentrum in Granada.

(SDA)

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