Disney zieht gegenüber Netflix den Kürzeren

Die «Game of Thrones»-Macher sagen ihr «Star Wars»-Projekt ab. Ihre Zeit investieren sie lieber für die Konkurrenz.

Sie gehören zur Topliga der Filmemacher – doch auch ihr Tag hat nur 24 Stunden: David Benioff (l.) und D. B. Weiss. Foto: Robert Galbraith (Reuters)

Sie gehören zur Topliga der Filmemacher – doch auch ihr Tag hat nur 24 Stunden: David Benioff (l.) und D. B. Weiss. Foto: Robert Galbraith (Reuters)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die beiden Schöpfer der Serie «Game of Thrones», David Benioff und D. B. Weiss, werden doch keine «Star Wars»-Filme für die Walt Disney Company produzieren. Ursprünglich sollten die Filmemacher, um die fast alle Hollywoodstudios und Streamingdienste mit luxuriösen Angeboten gebuhlt haben, für Disney eine neue Trilogie konzipieren. Für die drei Kinofilme, die ab 2022 anlaufen sollten, wollten sie sich eine neue Geschichte innerhalb des Sternenkrieg-Universums ausdenken. Ein Kreativschub, den Disney dringend brauchen könnte, denn die «Star Wars»-Euphorie lässt von Jahr zu Jahr nach.

Vertrag mit Netflix geht vor

Das heiss umworbene Duo Benioff und Weiss, 49 und 48, nennt einen übervollen Terminkalender als Grund für die Absage des bereits 2018 ausgehandelten Deals. «Star Wars» sei für sie beide prägend gewesen und ihr Enthusiasmus für die Saga «grenzenlos», sagten die beiden dem Online-Portal Deadline – aber leider habe der Tag nun mal nur 24 Stunden. Die Arbeit für Disney lasse sich unmöglich mit ihrem anderen Superdeal in Einklang bringen. Die beiden haben seit kurzem nämlich auch einen Vertrag mit Netflix.

Millionenverdienste für HBO

Dass sie Disney dafür ausgerechnet jetzt einen Korb geben, ist peinlich für das Unternehmen. Denn in wenigen Wochen startet in den USA der Streamingdienst Disney+, mit dem die Firma in den kommenden Jahren weltweit expandieren möchte. Der Plan: Netflix im erbitterten Verteilungskampf der amerikanischen Unterhaltungsindustrie zu attackieren. Wer daraus als Sieger hervorgehen wird, entscheidet sich auch damit, wer die besten Talente unter Vertrag nehmen kann. Benioff und Weiss, die dem Bezahlsender HBO seit 2011 mit «Game of Thrones» Millionen eingebracht haben, gehören in dieser Hinsicht zu Hollywoods absoluter A-Liga.

Und während Disney mit Märchen-Remakes, Marvel-Action und Pixar-Animationsfilmen im Kinobereich immer noch Klassenprimus ist, hat sich die «Star Wars»-Reihe ein bisschen zum Sorgenkind entwickelt. Schon mehrere Regisseure und Autoren schmissen entnervt hin, weil sie sich mit der Produzentin Kathleen Kennedy überwarfen, die die Reihe für Disney betreut. Auch die nur relativen Boxoffice-Erfolge der letzten Filme, besonders der Flop von «Solo: A Star Wars Story» vergangenes Jahr, führten zu Unruhe im Disney-Konzern. Kennedys Job wird wohl daran hängen, welche Branchenstars sie als Ersatz organisieren kann.

Erstellt: 30.10.2019, 14:15 Uhr

Artikel zum Thema

Star Wars im Streaming-Markt

Ab November machen Apple und Disney dem Marktführer Netflix mit Kampfpreisen das Leben schwer. Nun will auch die SRG einsteigen. Mehr...

Er wird doch nicht etwa gut sein?

«Solo», das jüngste Werk aus dem Star-Wars-Universum, wurde in Cannes gezeigt. Doch fast noch mehr Aufmerksamkeit verdient das Geläster im Vorfeld der Premiere. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Blogs

Von Kopf bis Fuss Gute Laune trotz Lichtmangels

Geldblog Warum auch Arbeitslose AHV-pflichtig sind

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...