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Hollywood-Legende Doris Day ist tot

Sie war eine Ikone des «American Way of Life»: Schauspielerin und Sängerin Doris Day ist im Alter von 97 Jahren gestorben.

Sie sang «Que Sera Sera» und wurde durch Filme wie «Bettgeflüster» und «Der Mann, der zu viel wusste» berühmt: Doris Day ist tot. Video: Reuters

Die Schauspielerin und Sängerin Doris Day ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Das berichtet am Montag die Agentur Associated Press unter Berufung auf Days Stiftung, die Doris Day Animal Foundation.

Sie war in den 1950er und 60er Jahren bekannt geworden, hauptsächlich durch unschuldige Liebskomödien wie «Bettgeflüster» oder «Schick mir keine Blumen», aber auch den Hitchcock-Film «Der Mann, der zu viel wusste». Aus diesem Film stammt auch «Que Sera, Sera», ein von ihr intoniertes Lied, das zu den weltweit bekanntesten Film-Songs zählt.

Day wurde als Doris Mary Ann von Kappelhoff am 3. April 1922 in Cincinnati im Bundesstaat Ohio geboren. Beide Eltern waren Kinder deutscher Einwanderer, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in die USA ausgewandert waren. Schon früh fasste sie das Ziel, Tänzerin zu werden. Ein Autounfall verhinderte diesen Traum zunächst, über ein Jahr lang war Day bettlägerig, nahm währenddessen aber Gesangsstunden. Mit 17 Jahren trat sie als Sängerin im örtlichen Rundfunksender auf und wurde Mitglied einer Tanzkapelle.

Mit ihren Gesangsauftritten hatte Day bald wachsenden Erfolg undarbeitete mit grossen Jazz-Bands zusammen, darunter Barney Rapp, Bob Crosby, Fred Waring und schliesslich Les Brown, bei dem sie drei Jahre blieb. Anlässlich eines Auftritts in einem Nachtclub mit ihrem ersten Erfolgssong «Day by Day» soll die Entscheidung gefallen sein, ihren Namen zu ändern, nachdem dem Ansager «Doris von Kappelhoff» nur schwer über die Lippen gekommen war.

Verstarb im Alter von 97 Jahren: Doris Day war eine der grossen Ikonen Hollywoods.
Verstarb im Alter von 97 Jahren: Doris Day war eine der grossen Ikonen Hollywoods.
CBS, AFP
Mädchen vom Land: Doris Day wurde 1922 als Doris Mary Ann Kappelhoff im amerikanischen Ohio geboren.
Mädchen vom Land: Doris Day wurde 1922 als Doris Mary Ann Kappelhoff im amerikanischen Ohio geboren.
Phil Burchman, AFP
Wurde die älteste lebende Sängerin, die es in den britischen Charts in die Top 10 schaffte: 2011 wagte Day ein Comeback und veröffentlichte ihr Album «My Heart». (1990)
Wurde die älteste lebende Sängerin, die es in den britischen Charts in die Top 10 schaffte: 2011 wagte Day ein Comeback und veröffentlichte ihr Album «My Heart». (1990)
Terry O'Neill, AFP
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«Jungfrau vom Dienst»

Der Regisseur Michael Curtiz erkannte ihre schauspielerischen Talente und nahm sie 1948 bei Warner Bros. unter Vertrag. Im gleichen Jahr begann sie, als Sängerin in der "Bob Hope Radio Show" bei NBC aufzutreten. 1950 erhielt sie bei Columbia Records einen Plattenvertrag, der ihr, bald als «The Wonder» tituliert, mit nur einer Handvoll Aufnahmen innerhalb weniger Jahre mehr als 17 Millionen verkaufte Platten brachte.

1956 machte die Schauspielerin D. als Partnerin von James Stewart in Hitchcocks Thriller «Der Mann, der zu viel wusste» auch auf der Leinwand auf sich aufmerksam, bevor sie Ende der 50er Jahre mit Rock Hudson zum Kino-Traumpaar aufstieg. Als Hollywoods «Jungfrau vom Dienst» spielte sie die Hauptrollen in zahlreichen Unterhaltungsfilmen mit, man nannte sie «Golden Girl» und «The Girl Next Door», der 1959 gedrehte Film «Bettgeflüster» von Michael Gordon oder David Millers «Mitternachtsspitzen», wo sie an der Seite von Rex Harrison spielte, wurden zu Kassenmagneten und Chiffren für ganze Erfolgsserien.

Weniger Platz für saubere Frauen

Die Mitte der 60er Jahre aufkommende Freizügigkeit im internationalen Film bot für «saubere» Frauen wie Doris Day immer weniger Platz. Days Privatleben verlief zudem nicht so, wie es ihre Filmrollen als Sinnbild eines damals zeitgemässen Hausfrauen-Traumlebens vermuten liessen: Ihre erste Ehe scheiterte an der Gewalttätigkeit ihres Mannes, die zweite hielt nur vier Jahre lang. Ihr dritter Mann Marty Melcher starb 1968 an Herzversagen. Eine weitere Ehe ging Day 1976 ein, diese wurde 1981 geschieden.

Eine Möglichkeit zu einem Comeback inklusive Imagewechsel schlug sie 1967 aus, als ihr Mike Nichols die Rolle der Mrs. Robinson in dem mittlerweile legendären Film "Die Reifeprüfung" mit Dustin Hoffman anbot. Day lehnte ab, weil sie darin den Bräutigam ihrer Filmtochter hätte verführen müssen.1968 war ihre Filmkarriere beendet, ihr im selben Jahr verstorbener dritter Mann Marty Melcher hatte ihr Vermögen veruntreut und sie vertraglich langfristig an Fernsehproduktionen gebunden. Die 1968 daraufhin begonnene TV-Serie «The Doris Day Show» lief zunächst erfolgreich, wurde aber 1973 wieder eingestellt.

Seit Anfang der 80er Jahre lebt Day allein mit ihren Hunden und Katzen im kalifornischen Carmel und widmet sich ihrer Stiftung für leidende Haustiere. Ein später Chart-Erfolg gelang Day dann noch einmal im Jahr 2011, als unter dem Titel «My Heart» eine CD mit älteren, aber unveröffentlichten Songs der Zeit zwischen 1954 und 1994 erschien. Das Album stieg sofort in die Top Ten der englischen Hitparade ein.

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