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Ein Pädagoge, der seine Kinder schlägt

Yvan Sorel, ein Boxer aus dem Marseiller Ghetto, bringt den Jungen dort das Kämpfen bei. Quartierbesuch bei einem sanften Schläger, über den ein packender Dokfilm ins Kino kommt.

Von Jean-Martin Büttner, Marseille
Ich mache euch fertig, sagt Sorel (rechts) zu seinen Schülern, weil ich euch liebe. Foto: PD
Ich mache euch fertig, sagt Sorel (rechts) zu seinen Schülern, weil ich euch liebe. Foto: PD

Er überlebte auf der Strasse und schlägt sich im Ring. Sein Beruf ist das Dreinschlagen, seine Berufung die Erziehung. Yvan Sorel ist Kämpfer und Trainer. Er wuchs in einem der gefährlichsten Ghettos von Frankreich heran, es liegt im Norden von Marseille, wird von Drogenbanden kontrolliert und mit Maschinengewehren reguliert. Sorel führt seine Leute als Bandenchef ohne Waffe – ein Mann mit einem Bubengesicht, ein strenger Lehrer, der seine Schülerinnen und Schüler antreibt und von ihnen verehrt wird. Sie nennen ihn Yvan den Schrecklichen. Yvan nennt sie «meine Krieger». Er unterrichtet Kinder und ­Jugendliche, von denen viele schon im Gefängnis waren. Ich mache euch fertig, sagt er, weil ich euch liebe. Seinen Erziehungsstil beschreibt er als diktatorische Pädagogik. Er flucht laut, er glaubt an Gott. Vor zwei Wochen ist er Vater geworden. Ich lebe für meine Frau und meinen Sohn, schreibt er auf Facebook.

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