Einsame Seelen und viele Promis

Das Zurich Film Festival stellte sein 14. Programm vor. Und kündigt sechs Oscargewinner an.

Hollywood grüsst Zürich: Auch Johnny Depp reist heuer ans ZFF. Weitere ZFF-Stars im Video.
Video: Video: Aleksandra Hiltmann

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Natürlich entwickle man das Zurich Film Festival weiter, «kontinuierlich und engagiert», sagte Nadja Schildknecht, Co-Direktorin des ZFF, an der gestrigen Medienkonferenz zur neuen Ausgabe. Aber im 14. Jahr ist man doch in einem Alter, in dem man stolz ist auf bewahrte Qualität und bewährte Stabilität. In der Prosa der Zahlen heisst das: ­Unverändert ist das Budget (7,3 Millionen Franken), treu, im grossen Ganzen, blieben die Sponsoren, neue sind dazugekommen, und auch Stadt und Kanton haben ihren Beitrag zuverlässig geleistet (350 000 und 250 000 Franken). Das Bundesamt für Kultur habe seine Leistungen (250 000 Franken) für dieses Jahr zwar ausgesetzt wegen nicht ausreichend transparenter Festivalstrukturen; man sei aber auf gutem Verhandlungsweg.

Stabilität und massvolle Innovation auch bei den Wettbewerben. Wiederum, wenn man nach roten Fäden frage, würden menschliche Beziehungen bröckeln und «dysfunktionale Familien» vor sich hin erodieren, sagte ZFF-Co-Direktor Karl Spoerri. Eine neue Wettbewerbssektion für Fernsehserien wurde eingerichtet. Daneben bleibts bei den Sektionen «Internationaler Spielfilm», «Internationaler Dokumentarfilm» und «Fokus: Schweiz, Deutschland, Österreich». Fünf Schweizer Produktionen sind dort zu sehen, zum Beispiel Francesco Rizzis «Cronofobia», ein Melodram unter «einsamen Seelen», oder Annie Gislers Essay «La petite mort», Erwägungen über den weiblichen Orgasmus.

Judy Dench und Johnny Depp

Nichts Schweizerisches gibts im internationalen Spielfilmwettbewerb, aber was das ganze Festival (162 Filme) betrifft, ist ein Schweizer Bogen gespannt zwischen dem ältesten erhaltenen Dialektfilm («Jä-soo!» von ­Leopold Lindtberg, 1935) und der Weltpremierengala von Michael Steiners Romanverfilmung «Wolkenbruch». Der Fokus im Festivalprogramm «Neue Welt Sicht» liegt allerdings auf Italien: filmische Nachrichten aus der Krise.

Die Farbe der ausgerollten Teppiche hat auch schon ihre Tradition: Nachhaltigkeitsgrün. Die königliche Judi Dench ­(Golden Icon Award) wird drübergehen und der in Noblesse und Souveränität gealterte Donald Sutherland (Lifetime Achievement Award). Und auch Johnny Depp, der auf den jüngsten Pressefotos ja einen fast totenbeinernen Eindruck machte, hat zugesagt (er begleitet den Film ­«Richard Says Goodbye» von Wayne Roberts).

Die ganze Liste der angekündigten A-Prominenz – sechs Oscarpreisträger unter anderem – wird ab dem 27. September abgearbeitet, beginnend mit der Europapremiere von «Green Book» in Anwesenheit des amerikanischen Regisseurs Peter Farrelly und des Schauspielers Viggo Mortensen. Das Festival dauert bis zum 7. Oktober. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.09.2018, 16:52 Uhr

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