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«Es ging um den Wiedererkennungswert»

Viel Volksmusik, Laienchöre und auch etwas Jazz: Johannes Müske, Forscher der Uni Zürich, spürt dem Sound der Schweiz im Kalten Krieg nach. Im Juni zieht seine Forschungsgruppe erstmals Bilanz.

Seine Musik hatte lange Zeit etwas Verruchtes: «Ländlerkönig» Peter Zinsli. (8. Juli 1994)
Seine Musik hatte lange Zeit etwas Verruchtes: «Ländlerkönig» Peter Zinsli. (8. Juli 1994)
Keystone
Boomender Stil: Der spätere Bundesrat Leon Schlumpf, Dritter von links, in einer Länderkapelle. (Aufnahme um 1945)
Boomender Stil: Der spätere Bundesrat Leon Schlumpf, Dritter von links, in einer Länderkapelle. (Aufnahme um 1945)
Keystone
Eine Teilnehmerin des Zentralschweizerischen Jodlerfestes (Aufnahme vom 26. Juni 2010).
Eine Teilnehmerin des Zentralschweizerischen Jodlerfestes (Aufnahme vom 26. Juni 2010).
Keystone
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Was ist dran an der häufig gehörten Behauptung, den Ländler gäbe es erst seit der Geistigen Landesverteidigung? Die Ländlermusik wurde bereits davor in Beizen des Zürcher Niederdorfs gespielt. Ihr haftete aber der Ruf des Verruchten an. Als die sogenannte Geistige Landesverteidigung in den 1930er-Jahren aufkam, wurden für diese Musik die institutionellen Rahmenbedingungen geschaffen – wie auch die Volkskultur generell staatlich, aber auch privat subventioniert wurde, damit dieser Stil florieren und ein breites Publikum ansprechen konnte. Die Ländlermusiker verfügten plötzlich über eine breitere Basis für ihr Schaffen, auf der sie ihre Musik ausleben und mit ihr experimentieren konnten. Das Aufkommen des Ländlers hatte aber auch praktische und technische Gründe.

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