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Experiment gescheitert: Zürcher Filmpreise nicht mehr am ZFF

Die Zürcher Filmpreise werden künftig nicht mehr am Zurich Film Festival verliehen. Die Vergabe war ein Reinfall.

Pascal Blum
Gewinner in der Kategorie Spielfilm 2019: «Le vent tourne» von Bettina Oberli.
Gewinner in der Kategorie Spielfilm 2019: «Le vent tourne» von Bettina Oberli.

Es hätte eine attraktive Reform sein sollen. Die Zürcher Filmpreise wurden 2019 erstmals während des Zurich Film Festival verliehen, über die Preisträger bestimmte eine Publikumsjury. Das Experiment wird so nicht weitergeführt. Das Verfahren habe den «Stresstest» nicht bestanden, schreibt die Zürcher Filmstiftung, die die Preise vergibt.

Ein Problem war die geringe Zuschauerzahl. Insgesamt nur 535 Besucher sahen die neun nominierten Filme, die am ersten Wochenende des Zurich Film Festival im Kino Riffraff gezeigt wurden. Angesichts der kleinen Besucherzahl sei die Wahl nicht als legitim wahrgenommen worden, sagt Filmstiftungs-Geschäftsführerin Julia Krättli.

Ein weiteres Problem: Bevor das Publikum über die Sieger entscheiden konnte, traf eine Fachjury eine Vorauswahl. Die Branche kritisierte, dass die Festivalbesucher ihre Wahl trafen, ohne zu wissen, welche Filme von der Fachjury nicht berücksichtigt worden waren. Kommt hinzu, dass gerade ein publikumsträchtiger Titel wie «Zwingli» den Sprung gar nicht schaffte.

Wieder wie vorher

Mehr Schwierigkeiten hat allerdings die Tatsache bereitet, dass für eine Publikumsjury Filme vorgeführt werden mussten, die eigentlich noch gar keine Premiere hatten.

«Die Filmstiftung kam zum Schluss, dass es den Produzenten und Verleihern überlassen sein muss, wie sie die Auswertung ihres Filmes planen», sagt Julia Krättli. Es sollen weiterhin Beiträge für den Zürcher Filmpreis eingegeben werden können, die erst am Anfang ihrer Kinokarriere stehen.

Laut Julia Krättli habe die Kombination aus Fachjury und Publikumsjury in der Branche generell keine Legitimation gefunden. Nach einer «selbstkritischen Reflexion innerhalb der Stiftung» wird die Preisverleihung 2020 wieder wie vorher im November stattfinden, über die Sieger entscheiden jährlich wechselnde Fachjurys für Spiel-, Dok- und Kurzfilme.

Neu werden pro Jury zusätzlich zwei besondere Leistungen geehrt, etwa für Kamera oder Filmmusik. Diese Auszeichnungen sind mit 10'000 Franken dotiert.

Insgesamt vergibt die Zürcher Filmstiftung 100'000 Franken, davon gehen je 20'000 Franken an den besten Dokumentar- und den besten Spielfilm. Die Filmstiftung plant für die diesjährige Vergabe «eine Art Fest des Zürcher Films», wo sich die Filmschaffenden der Region mit der Bevölkerung austauschen könnten. Wie und wo genau, das werde noch mitgeteilt.

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