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Gute Geschichten und verschwitzte Fantasien

In Locarno erzählen manche Filme sehr genau vom menschlichen Alltag. Andere drohen mit ihrer wichtigtuerischen Sensibilität den Fall in den Kitsch an.

Christoph Schneider
Bitte anschauen: «La petite chambre», mit Eric Caravaca und Florence Loiret Caille.
Bitte anschauen: «La petite chambre», mit Eric Caravaca und Florence Loiret Caille.
Vega Film

Es sollen während der Revolution von 1830 in Paris einige Bürger auf Turmuhren geschossen haben, um die alte Zeit anzuhalten und mit einer neuen zu beginnen. Als ob das Wünschen helfen würde gegen die Macht der Geschichte. Die neue Zeit sah dann bald wieder ganz alt aus.

Aber die Sache mit den Uhren taugt doch dieses Jahr sehr schön als kleine Analogie auf ein paar Hoffnungen am Filmfestival von Locarno. Ein bisschen pragmatischer Pessimismus kann ja nicht schaden. Denn man traf Leute, die schon am zweiten Tag sozusagen auf den Kirchturm schossen und den weitfächerigen ästhetischen Entwurf des neuen Direktors Olivier Père gleich erkannt haben wollten, der hier die Radikalität einführen und seinen Vorgängern zeigen werde, wo der Filmgott wirklich hockt.

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