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Hitler, Engel, Alpöhi – die berühmten Rollen von Bruno Ganz

«Als Deutscher hätte ich die Rolle vielleicht nicht gespielt»: Mit «Der Untergang» wurde Bruno Ganz weltberühmt.

Die zwölf letzten Tage im Führerbunker von Berlin: Bruno Ganz spielte mehrere überraschende Rollen. Video: Youtube/sda

Bruno Ganz wuchs als Sohn einer italienischen Mutter und eines Schweizer Fabrikarbeiters in Zürich-Seebach auf. Schon früh beschloss er, Schauspieler zu werden. Noch vor der Matura verliess er die Schule, nahm Abendkurse am Zürcher Bühnenstudio und besuchte sporadisch auch Klassen an der Schauspielschule.

Neben der Bühnenarbeit widmete sich Ganz ab Mitte der 70er Jahre auch dem Film. Dort avancierte er rasch zu einem der wichtigsten Gesichter des Neuen Deutschen Films. Unter der Regie von Wim Wenders spielte er die Titelrolle in «Der amerikanische Freund» sowie einen Engel in «Der Himmel über Berlin». Für seine Rolle als trauriger Kellner in «Brot und Tulpen» erhielt er den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller.

Lange Zeit war Ganz als Leinwanddarsteller auf die Rolle des sensiblen Intellektuellen festgelegt, des «deutschen Träumers», wie die «Süddeutsche Zeitung» einmal schrieb. Die «deutliche Zäsur», wie er es selber nannte, kam, als er unter Bernd Eichinger die Hauptrolle in «Der Untergang» (2004) übernahm, der die zwölf letzten Tage im Führerbunker von Berlin zeigt.

Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz ist tot. (Archivbild)
Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz ist tot. (Archivbild)
Tobias Hase/dpa, Keystone
Ganz erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den Swiss Award für sein Lebenswerk: Bundesrat Alain Berset überreicht Ganz den Schweizer Kino-Preis Quartz. (24. März 2017)
Ganz erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den Swiss Award für sein Lebenswerk: Bundesrat Alain Berset überreicht Ganz den Schweizer Kino-Preis Quartz. (24. März 2017)
Keystone
Seine letzte Bühnenrolle spielte Ganz 2012. (3. August 2016)
Seine letzte Bühnenrolle spielte Ganz 2012. (3. August 2016)
Alexandra Wey, Keystone
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Seine Leistung, Hitler zugleich als Monster und Menschen zu zeigen, brachte ihm uneingeschränktes Lob der Kritiker ein. «Der Hitler-Eindruck, den er vermittelt, ist in der Tat stupend – die teigige Haut, die zittrige Hand, die Hoffnungslosigkeit, die Wutausbrüche, ein letzter Rest von Charme», schrieb die «Süddeutsche Zeitung». Nach seiner Meisterleistung wurden seine Rollenangebote deutlich flexibler. Unter anderem verkörperte er in «Der Baader-Meinhof-Komplex» den damaligen BKA-Chef Horst Herold.

«Ich bin Schweizer und alt genug, also muss das gemacht werden»

Auch andere überraschende Rollen übernahm Ganz. 2015 spielte er den Alpöhi im Film «Heidi». Er habe gar keine Wahl gehabt, die Rolle abzulehnen, sagte er in einem Interview. «Das ist ein nationaler Mythos, ich bin Schweizer und alt genug, also muss das gemacht werden.»

Ganz sprach fliessend Englisch, Französisch und Italienisch. So spielte er 2012 unter Luc Bondy seine Rolle als böser Vater Max in Harold Pinters Familiendrama «Die Heimkehr» am Pariser Odéon auf Französisch.

2018 musste Ganz sein Engagement bei den Salzburger Festspielen wegen einer Darmkrebserkrankung absagen. Nun ist er dem Krebs erlegen.

(AFP)

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