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Hollywood mag es französisch

Die Femme fatale ist zurück auf der Kinoleinwand: Wie französische Schauspielerinnen mit Stil und Akzent die Welt erobern.

Drei Namen, drei vielversprechende Karrieren: Charlotte Gainsbourg ist sowohl auf der Kinoleinwand als auch auf der Bühne erfolgreich...
Drei Namen, drei vielversprechende Karrieren: Charlotte Gainsbourg ist sowohl auf der Kinoleinwand als auch auf der Bühne erfolgreich...
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...Mélanie Laurent erhielt eine der Hauptrollen in «Inglourious Basterds» (2009), obwohl sie damals kein Wort englisch sprach...
...Mélanie Laurent erhielt eine der Hauptrollen in «Inglourious Basterds» (2009), obwohl sie damals kein Wort englisch sprach...
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Den Durchbruch feierte sie 1965 mit Roman Polanskis «Repulsion».
Den Durchbruch feierte sie 1965 mit Roman Polanskis «Repulsion».
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Bei diesen Genen konnte nur etwas Grosses herauskommen: Charlotte Gainsbourg, Tochter der britischen Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin und des französischen Künstlers Serge Gainsbourg, wandelt auf den Spuren ihrer Eltern. Als Schauspielerin hat sie sich schon längst etabliert, derzeit ist sie in Lars von Triers «Melancholia» zu sehen. «Spiegel Online» berichtet darum, sie spiele dort «gewohnt grossartig». Und dass ihre Schönheit etwas Besonderes sei, wisse man schon längst, schreibt die deutsche «Vogue».

Der Name Charlotte Gainsbourg ist in Hollywood mittlerweile geläufig, genau wie «Variety» vor vier Jahren prophezeite: Man werde von ihr noch viel hören, schrieb das US-Filmmagazin schon damals. Gainsbourg ist aber nicht das einzige französische Schauspieltalent, dem eine grosse Zukunft bevorzustehen scheint. Auch Mélanie Laurent, im letzten Jahr in «Beginners» zu sehen und zuvor in Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds», wird als grosse Nachwuchshoffnung gehandelt. Und die 25-jährige Roxane Mesquida erhält seit ihrem Auftritt im Schweizer «Sennentuntschi» letztes Jahr Auftrag um Auftrag.

Die neue französische Revolution

Was im amerikanischen Filmmarkt gerade stattfindet, könnte man als neue französische Revolution bezeichnen. Die drei jüngsten Entdeckungen, die von Frankreich aus die Welt erobern, sind nicht die ersten. Sie reihen sich ein in eine Riege der legendären Femme fatale: Brigitte Bardot, Catherine Deneuve oder Sophie Marceau waren ihre Vorgängerinnen.

Aber was ist das Geheimnis der schönen Französinnen, die oft nicht einmal sprechen müssen, um erfolgreich zu sein?

Sprachlos in Amerika

«As you can listen, my-ö inglish is-ö not… not thät good», sagte Audrey Tautou einst in einem Interview auf BBC – wohl bemerkt nach den Dreharbeiten zu ihrer ersten Grossproduktion «The Da Vinci Code». Trotz eher rudimentärer Sprachkenntnisse hatte sie es geschafft, im Blockbuster aus dem Jahr 2006 eine der Hauptrollen zu ergattern. Genauso wie auch Mélanie Laurent 2009 mit ihrer Darstellung der Shoshanna in «Inglourious Basterds». Das Drehbuch zum Film hatte sich Laurent im Vorfeld von ihrem Bruder vorlesen lassen müssen, da sie kein Wort Englisch verstand. In ihrer zweiten grossen Filmrolle hatte Laurent zu Beginn gar keinen Text: «Beginners» erzählt die Liebesgeschichte von Anna und Oliver (Ewan McGregor), die sich in der ersten Nacht nur durch Klebezettel und Zeichensprache verständigen.

Ähnlich sprachlos war Roxane Mesquida letztes Jahr im «Sennentuntschi»: In der Schweizer Produktion von Regisseur Michael Steiner hatte die 25-jährige Französin eher eine Schrei- als eine Sprechrolle – sie hätte damals auch weder Deutsch noch Englisch gekonnt. Mittlerweile sind schon mehrere amerikanische Produktionen mit Mesquida im Kasten, im Moment dreht sie gerade für die US-Erfolgsserie «Gossip Girl» in New York. Mit dem amerikanischen Englisch habe sie immer noch Mühe – «tant pis, was solls», scheint sie sich zu sagen, «die wollen mich da trotzdem».

Geheimnisvoll, unnahbar, natürlich

Während amerikanische Nachwuchshoffnungen sich jahrelang mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, in der Hoffnung, irgendwann vielleicht doch noch eine grosse Rolle zu ergattern, scheinen Mesquida und Co. von ihrem Erfolg eher überrascht zu werden. Tautou erklärte sogar, gar nicht nach Hollywood zu wollen, französische Filme möge sie sowieso viel lieber.

Vielleicht ist es genau diese «ça m'est égal»-Attitüde, die den Reiz der jungen Talente ausmacht: Irgendwie umgibt sie immer eine Aura der Gelassenheit, mit der sie sich vom Rest der angestrengten Jungschauspielerinnen abheben. Hübsch sind auch die anderen, die Französinnen aber sind immer noch einen Tick natürlicher, geheimnisvoller und unnahbarer.

Die falsche Strategie der Laurie-Anne

Ein bisschen mehr von diesem «ça m'est égal» würde vielleicht auch ihr guttun: Laurianne Gilliéron, Miss Schweiz 2005, arbeitet seit vier Jahren an ihrem Durchbruch in Hollywood, bislang erfolglos. Dies, obwohl sie als französischsprachige Westschweizerin ähnliche Voraussetzungen wie ihre Nachbarinnen hätte. Im Gegensatz zu diesen nutzt sie ihre Herkunft aber nicht als Kapital, im Gegenteil: Berühmt werden will sie unter dem Namen Laurie-Anne Gill. Reden, denken und sprechen tue sie schon lange nur noch in Englisch, erzählte sie dem «Blick». Mais non! Ob der Hund wohl genau da begraben liegt?

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