Kurzfilm der Woche

«I bi Clown – Tag und Nacht»

Der heutige Kurzfilm dreht sich um den gestern verstorbenen Pantomimen und Clown Dimitri.

Dimitri trifft auf Rüdlinger: Max Werders Kurzfilm «Max».


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«Chasch du überhaupt rede?» – Breites Grinsen. Wie könnte ein Gespräch mit dem berühmtesten Clown der Schweiz anders beginnen, als dass dieser einen mit seinem unverkennbaren Lächeln begrüsst. Auch in Michael Werders Kurzfilm «Max» ist das nicht anders. Dimitri war eben immer so, wie man ihn kennen und lieben gelernt hat.

Während der Drehpausen eines Cappuccino-Werbespots im Teatro Dimitri in Verscio treffen sich der mies gelaunte Schauspieler Max Rüdlinger und der lebensfrohe Clown Dimitri. Die beiden unternehmen einen Rundgang durch Dimitris Theater, bummeln durch die kleine Gemeinde und sinnieren dabei über ihr Schauspieler- und Künstlerleben. Werder lässt zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinanderprallen. Obwohl sich die beiden Protagonisten in einer ähnlichen Branche bewegen – unterschiedlicher könnten ihre Auffassungen nicht sein. Während Rüdlinger genervt von seinem Leben als «dressierter Affe» erzählt und die Filmbranche als Ort voller «Nicht-Kreativer» abtut, zeigt sich Dimitri von seiner fröhlichen wie auch poetischen Seite.

Dimitri war «selten hässig»

Dimitri war «selten hässig». Das bringt auch Werders Film zum Ausdruck. Mit seiner kindlichen Leichtigkeit versucht er Rüdlinger, wie zu erwarten, zum Lachen zu bringen und ihm ein bisschen mehr Gelassenheit mitzugeben. Er philosophiert in «Max» über die Kunst des Lebens und den Sinn des Künstlerseins.

Werder zeigt in seinem Kurzfilm das rundum zufriedene Wesen Dimitris auf. Obwohl Rüdlinger und Dimitri auch über ernsthafte Themen diskutieren; der Clown bringt einen immer wieder zum Schmunzeln. Der Regisseur lässt Dimitris zarte Art aufleben, mit der er es schaffte, durch einfache Tricks – die er teilweise ein halbes Jahrhundert lang auf der Bühne vorspielte – sein Publikum immer wieder aufs Neue zu begeistern.

Dimitris Leben war das Werk eines Künstlers, der immer sich selbst war. Als sein Gesprächspartner Rüdlinger den berühmtesten Pantomimen der Schweiz fragt, ob er seine Rolle auch mal ablege, antwortet Dimitri: «I bi Clown – Tag und Nacht.» (van)

Erstellt: 21.07.2016, 16:37 Uhr

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Produktion

«Max» von Michael Werder. Schweiz 2006. 14 Min. Produktion: ZHdK.

Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm gilt als die offenste, schnellste und oft auch mutigste Filmkunstform. Obs an der schnelllebigen Zeit liegt, in der wir leben? Auf jeden Fall erfreuen sich die Minifilme gerade an Festivals einer immer grösseren Beliebtheit – auch in der Schweiz, wo es eine lebendige Kurzfilmszene gibt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt in Zusammenarbeit mit der Filmpromotionsagentur Swiss Films jeden Freitag einen exklusiven Schweizer Kurzfilm. Die Produktionen sind jeweils mindestens 24 Stunden online.

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