Zum Hauptinhalt springen

«Ich bin ein Feigling»

Der zweifache Oscar-Preisträger Milos Forman bewundert Rebellen. Und er erklärt, wie man Filme über Figuren dreht, die man selbst nicht versteht.

Das Credo von Milos Forman: Bei der Wahrheit bleiben, ohne zu langweilen!
Das Credo von Milos Forman: Bei der Wahrheit bleiben, ohne zu langweilen!
Reuters

Es ist auffällig: Praktisch alle Ihre Filme erzählen von exzentrischen Helden, welche die Gesellschaft vor den Kopf stossen. Dürfen wir da einen persönlichen Hang zum Widerspenstigen vermuten?

Ich selber bin kein Rebell. Ich bin ein Feigling. Genau deshalb bewundere ich Rebellen: weil ich selbst nicht den Mut habe, mich gegen die Mächtigen aufzulehnen. Sehen Sie, die Figur des Rebellen verkörpert den ältesten Konflikt der Menschheit, nämlich den Konflikt zwischen einem Individuum und einer Institution. Wir erschaffen Institutionen wie den Staat und die Schulen, um das Leben in der Gemeinschaft zu ordnen. Wir bezahlen diese Institutionen mit unseren Steuern, damit sie uns zu Diensten stehen. Doch nach einer Weile verhält sich jede Institution so, als würde sie uns dafür bezahlen, dass wir ihr dienen. Sie manipuliert uns und diktiert uns, was wir zu tun hätten. Darin steckt nun einmal ein grosses dramatisches Potenzial. So einfach ist das.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.