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«Ich bin nun ein respektabler Bürger»

Der 48-jährige Fotograf, Filmemacher und Kunstprofessor Richard Billingham. Foto: Pier Marco Tacca (Getty Images)

Herr Billingham, warum ­kehren Sie thematisch zu Ihren Eltern Ray und Liz zurück?

Mhhm, ja. Sie wirken wie ein Lehrer. Das sind Sie auch, nicht wahr? Professor an einer Kunstschule?

Warum? Weil die Ihre so viel schwieriger war?

War das Thema mit der Serie von 1996 nicht erledigt?

«Wir hatten eine glückliche Kindheit, auch wenn es schwerfällt, das zu glauben», sagt Richard Billingham. Foto: PD.

Rays Alkoholkrankheit und Liz’ Apathie sind in den Fotos und nun auch im Film sehr sichtbar: die vernachlässigten Körper, die Verletzungen, die schmutzige Umgebung. Schämt man sich als Kind dafür?

Und bei Ihnen zu Hause?

Der Film ist brutaler als die Fotos. Etwa wenn der ­Untermieter den Onkel ­betrunken macht und die Mutter anstiftet, ihn zu ­schlagen. Verlangt das Medium Film nach solchen Szenen?

Im Film sieht man auch, wie Ihr kleiner Bruder ohne jede Aufsicht mit einem Messer hantiert oder mit dem Gasherd spielt. Danach wird er in Pflege gegeben – zu spät?

Vom Fotoband zum Spielfilm: Die Filmmutter von Richard Billingham in «Ray & Liz». Foto: PD.

Die Figur Ihres kleinen Bruders Jason ist im Film zentral – war er einverstanden?

Warum?

Ihre Fotoserie wurde damals breit diskutiert. Viele sahen in Ihrer ungeschminkten ­Darstellung eine Kritik am Grossbritannien der ­Thatcher-Ära. Zu Recht?

Man hat die Bilder auch als Metapher des britischen ­Gemütszustands gesehen.

Angesichts der Brexit-Debatte fragt man sich schon, was denn los ist mit den Briten ...

Als Künstler sind Sie ­inzwischen ein romantischer Landschaftsfotograf geworden. Werden Sie trotzdem noch als der Fotograf von Ray und Liz wahrgenommen?

Ärgert Sie das?