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«Ich habe nichts anderes verdient als so eine Art Verbannung»

Tom Kummer war als Journalist sehr beliebt. Bis herauskam, dass er seine Interviews erfunden hatte. Jetzt wurde ein Dok-Film über ihn gedreht. Kummer über den Film, seine Chefs und sein Leben als Tennislehrer.

«Je mehr ich die Leute süchtig nach meiner Ware machte, desto süchtiger wurde ich selbst nach meinem eigenen Stoff»: Tom Kummer.
«Je mehr ich die Leute süchtig nach meiner Ware machte, desto süchtiger wurde ich selbst nach meinem eigenen Stoff»: Tom Kummer.

Vor zehn Jahren sorgte Tom Kummer für einen Medienskandal, als herauskam, dass alle seine hochgelobten Interviews mit Prominenten erfunden waren. Jetzt hat Miklós Gimes über den ehemaligen Journalisten den Dokumentarfilm «Bad Boy Kummer» gedreht. Eigentlich wäre Tom Kummer bei den Premieren dabei gewesen. Doch seinen Besuch in Zürich und Bern habe er kurzfristig absagen müssen, sagte er in einem Interview gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». «Ich will und muss hier arbeiten und für einen reibungslosen Ablauf meiner Paddle-Tennis-Schule und meines Familienlebens sorgen», sagt Kummer. Das sei alles, was für ihn momentan zähle.

Gimes habe ihn als «sein Objekt der Begierde ausgewählt und vorgeführt». Er habe mit seiner Mithilfe die eigene Persona «Bad Boy Kummer» erschaffen: «Für diesen Job wurde ich bezahlt», bestätigt Kummer, der heute als Tennislehrer in Los Angeles arbeitet. Als Erklärung für seine Fälschungen von Interviews mit beispielsweise Mike Tyson, Pamela Anderson oder Quentin Tarantino sagt Kummer: «Es kamen ständig Anrufe aus Zürich, München, Hamburg oder Berlin. Wo ist das nächste Interview? Und je mehr ich die Leute süchtig nach meiner Ware machte, desto süchtiger wurde ich selbst nach meinem eigenen Stoff. Es war eine verzwickte Lage. Schwer nachvollziehbar.»

Chefs waren «Kummer-Junkies»

Seine Chef seien «Kummer-Junkies» gewesen: «Leute wie Roger Köppel, die so tun, als ob meine Texte ihre Branche gefährden würde, Texte, die sie selbst einmal im Wochentakt eingefordert haben.» Er selbst wollte die ganze Welt «immer nur in Anführungsstrichen sehen», so Kummer. Er habe «nichts anderes verdient als so eine Art Verbannung». Nach eigenen Angaben arbeitet Kummer an einem Roman.

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