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«Ich hasse den Broadway»

Der Regisseur des Kinohits «Amélie» hat die Rechte zur Aufführung der Geschichte als Musical verkauft. Nicht etwa, weil er sich auf das Stück freut: Er tat es vielmehr widerwillig – weil er Kinderleben retten will.

Mehrfach für einen Oscar nominiert: Der Franzose Jean-Pierre Jeunet mit Amélie.
Mehrfach für einen Oscar nominiert: Der Franzose Jean-Pierre Jeunet mit Amélie.
Keystone

Der Regisseur des französischen Kinohits «Die fabelhafte Welt der Amélie» ist alles andere als begeistert von dem Vorhaben, seinen Film als Broadway-Musical aufzuführen. Er sei «zutiefst angewidert» von der geplanten Adaption für die berühmte Theatermeile in New York.

Er habe den Plänen nur zugestimmt, um an Geld für ein Kinderhilfsprojekt zu kommen, sagte Jean-Pierre Jeunet in einem Radio-Interview. «Ich hasse den Broadway, er ist die Inkarnation der Geschmacklosigkeit», ereiferte sich der Franzose.

Herzoperationen für Kinder

«Lange habe ich widerstanden und alle Angebote ausgeschlagen», sagte Jeunet. Weil er aber eine Hilfsorganisation für Herzchirurgie unterstütze und rund 10'000 Euro nötig seien, um das Leben eines Kindes zu retten, habe er schliesslich nachgegeben und die Rechte verkauft.

Die Musical-Aufführung will er nach eigenen Worten ignorieren: «Ich werde sie mir nicht ansehen und will nicht einmal davon hören», sagte Jeunet. «Aber wenn es Geld bringt, kann ich ja vielleicht ein paar Leben retten.»

Für fünf Oscars nominiert

Sein Welterfolg aus dem Jahr 2001 machte die Schauspielerin Audrey Tautou zum Star. Sie spielt in dem Film die Rolle der schüchternen Kellnerin Amélie, die vor der romantischen Kulisse des Pariser Montmartre durch die Stadt zieht, um andere Menschen glücklich zu machen.

Der märchenhafte Kinostreifen spielte weltweit 152 Millionen Dollar (knapp 140 Millionen Franken) ein und wurde für fünf Oscars nominiert. Der US-Komponist Dan Messe hatte erklärt, mit dem Dramaturgen Craig Lucas und dem Komponisten Nathan Tysen eine Broadway-Version von «Amélie» vorzubereiten.

SDA/mw

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