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«Ich muss erst verstehen, was ich sehe»

Für Frederick Wiseman, den Dokfilmer, besteht der Hauptteil seiner Arbeit aus der Analyse des Drehmaterials. Sein neuer Film «National Gallery» führt mit grösster Geduld durch den Alltag eines Museums.

«Ich muss die Konsequenzen von Kombinationen ausprobieren», sagt Frederick Wiseman.Foto: Kevin Trageser (Redux, Laif)
«Ich muss die Konsequenzen von Kombinationen ausprobieren», sagt Frederick Wiseman.Foto: Kevin Trageser (Redux, Laif)

Sie gelten als einer der wichtigsten Vertreter des Direct Cinema, viele sagen: der wichtigste. Was bedeutet der Begriff genau? Sind Sie reiner Beobachter, oder schaffen Sie auch Momente von Wirklichkeit?

Eigentlich habe ich es für mich nie sehr nützlich gefunden, zu viel über den Begriff Direct Cinema nachzudenken. Er engt mich ein. Ich stehe vor der Wirklichkeit und habe es grundsätzlich ja mit den gleichen Anforderungen zu tun wie ein Schriftsteller oder ein Spielfilmregisseur, sogar wie ein Maler. Ich sage gern: «Ich mache doch einfach Filme und erzähle Geschichten ganz so, wie man es im fiktionalen Bereich auch tut.» Man glaubt dann, ich sei ironisch, aber ich bin es nicht.

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