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Irrlauf der Liebe

Am Zurich Film Festival hatte am Freitag Markus Imbodens «Am Hang» Weltpremiere. Ein weiterer Schweizer Spielfilm aus einem bemerkenswert starken Jahrgang.

Es ist noch nicht lang her, dass der Schweizer Regisseur Markus Imboden im Spielfilm «Der Verdingbub» (2011) mit der grossen gefühlsdramatischen Kelle angerichtet hat. Einer verrohten nationalen Sozialpolitik wurde dort der historische Prozess gemacht, und es kam zum eindeutigen Urteil. Hingegen ist Imbodens «Am Hang», die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Markus Werner (2004), etwas ganz anderes, Kleineres und weniger Moralsichereres.

Es führt auf Seelengelände, wo die Sicherheiten in Rutschgefahr sind. In die verästeltsten Verästelungen der Liebe und der widersprüchlichen Lebensreflexion: als ein Kammerspiel (wenn man «Kammer» nicht allzu wörtlich nimmt), in dem Zeitgeist und Anti-Zeitgeist, unbequemes Denken und komfortable Aufgeschlossenheit, Gefühl und Gefühlsschlamperei nicht vor Gericht, sondern auf dem Prüfstand stehen und die Worte auf der Goldwaage liegen.

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