Israelischen Fluggesellschaften droht Chaos

Israels Aussenministerium will 1200 Luftfahrt-Sicherheitsmitarbeiter nicht weiter beschäftigen. Drei Airlines sind betroffen. El Al fürchtet massive Flugausfälle.

Jet von Israir: Bald nicht genügend Sicherheitspersonal?

Jet von Israir: Bald nicht genügend Sicherheitspersonal? Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es gelten besondere Regeln: Wenn israelische Airlines von ausländischen Flughäfen aus nach Israel fliegen, unterliegen die Verbindungen den Sicherheitsbestimmungen des Nachrichtendienstes Schin Bet. Um diesen gerecht zu werden, ist Sicherheitspersonal nötig. Laut einem Bericht des Wirtschaftsblattes Globes droht das Aussenministerium des Landes nun jedoch, 1200 dieser Security-Mitarbeiter nur noch bis Ende des Jahres zu beschäftigen.

Globes beruft sich auf ein Schreiben von Yuval Rotem, Generaldirektor im Aussenministerium, an den nationalen Sicherheitsberater Eytan Ben-David. Laut Rotem «müssen sich die zuständigen Stellen im Voraus auf diese Situation vorbereiten und alternative Wege finden, Arbeiter im Ausland zu beschäftigen», zitiert das Blatt.

«Produkte, die womöglich nicht existieren»

Besorgt reagieren die drei betroffenen Fluglinien El Al, Israir und Arkia. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates von El Al, Eli Defes, schrieb an Ben-David: «Ohne diese Arbeiter kann das Luftfahrtsicherheitssystem nicht aufrechterhalten werden.» Andere Lösungen, wie Anstellungen durch die Airlines selber, seien kompliziert und brächten von Land zu Land andere Anforderungen mit sich, so Defes. Die Regierung könne nicht entscheiden, die Arbeiter ab Januar nicht mehr zu beschäftigten, ohne bis Juli eine eine Lösung zu finden. Sonst drohe im Winter eine Krise und sogar ein kompletter Stillstand israelischer Flüge.

Globes verweist zudem darauf, dass Israir und Arkia neue Ziele im Flugplan haben, jedoch keine Garantie, dass Sicherheitsmitarbeiter dort stationiert werden. So würden die beiden Fluglinien «Produkte verkaufen, die womöglich gar nicht existieren». Gemäss dem Schreiben von Rotem ist Israels Ministerpräsident und Aussenminister Benjamin Netanyahu über die Situation informiert. Äussern wollte sich das Ministerium nicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.07.2018, 11:13 Uhr

Kooperation

Dieser Artikel wird präsentiert von

Artikel zum Thema

Qatar-Airways-Chef befeuert Sexismus-Debatte

Der Weltluftfahrtverband diskutiert den Mangel an Frauen – und der Chef vergreift sich im Ton. Mehr...

Etihad schenkt First-Class-Passagieren Freizeitmode

Die Golfairline schenkt den am besten zahlenden Reisenden Kleidung, die sie in der Freizeit am Boden tragen sollen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...