Zum Hauptinhalt springen

Kiew verzögert Start von Film zu «Todesspiel»

Die ukrainischen Behörden haben die Veröffentlichung eines russischen Films über ein berüchtigtes Fussballspiel zwischen Nazi-Truppen und einer sowjetischen Mannschaft im Zweiten Weltkrieg verschoben.

Die Ukraine ist Gastgeber der diesjährigen Fussball-EM: Stadion in Kiew.
Die Ukraine ist Gastgeber der diesjährigen Fussball-EM: Stadion in Kiew.
Keystone

Der Produzent des Films «Das Spiel», Dmitri Kulikow, schrieb im sozialen Netzwerk Facebook, das Gastgeberland der diesjährigen Fussball-Europameisterschaft habe eine Frist versäumt, dem Film eine Freigabe-Erklärung zu erteilen. Es gebe Gerüchte, das Kulturministerium wolle die Ausstrahlung des Films ganz verhindern.

Dies würde dem «Stil» der ukrainischen Behörden entsprechen, schrieb Kulikow. Der Film beschäftigt sich mit dem «Todesspiel» am 9. August 1942 in Kiew. Damals besiegte ein ukrainisches Team eine Mannschaft deutscher Besatzungssoldaten.

Zusammenhang mit Spielausgang?

Die meisten Spieler der ukrainischen Mannschaft wurden daraufhin von der Gestapo verhaftet; vier von ihnen wurden in einem Konzentrationslager erschossen. Nach sowjetischer Lesart hatte ein Nazi-Anführer die ukrainische Mannschaft vor dem Spiel in der Umkleidekabine aufgefordert zu verlieren.

Eine deutsche Untersuchung kam 2005 hingegen zu dem Schluss, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Sieg der Mannschaft und der späteren Hinrichtung einiger ihrer Spieler gebe.

Nur Debatte um Altersfreigabe?

Kulikow sah als möglichen Grund für die vorerst verhinderte Ausstrahlung seines Films, dass ukrainischsprechende Figuren in dem Film als Nazi-Sympathisanten dargestellt würden. Die Filmbehörde des Landes erklärte, die Freigabe des Films sei wegen «Uneinigkeit» über die Altersbeschränkung um 25 Arbeitstage verschoben worden.

In der Zeit müsse eine Expertengruppe den Film noch einmal begutachten. «Das Spiel» hätte in der Ukraine eigentlich am 1. Mai anlaufen sollen - also gut einen Monat vor Beginn der Fussball-EM in Polen und der Ukraine.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch