Zum Hauptinhalt springen

Kohle und Koks, Putin und Prada

Der russische Autor Sergej Minajew erzählt in seinem dokumentarischen Roman «Seelenkalt» vom Leben kaltschnäuziger Businessmen in Moskau.

«Generation Putin»: Ein Model zeigt an der Millionärsmesse in Moskau Anregungen für gelungene Innenarchitektur.
«Generation Putin»: Ein Model zeigt an der Millionärsmesse in Moskau Anregungen für gelungene Innenarchitektur.

In Verdrängungsgesellschaften ist es nun einmal so, dass Menschen einzig an ihrem Marktwert gemessen werden. Selbst jene, die sich auf die Butterseite geboxt haben, definieren sich ausschliesslich über Brandings und Mastercard. Wer das nicht einsehen will, dem widerfährt Gewalt.

Als 2006 in Russland Sergej Minajews als satirischer Schlüsselroman der «Generation Putin» verkaufter Debütroman Duchless erschien - eine englisch-russische Worterfindung für «geistlos» -, wurde er von der «seriösen» Literaturkritik als grotesk-überzeichnet verschmäht. Vielleicht auch, weil man sich mit solchen Urteilen einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung möglichst schnell entziehen wollte. Dennoch wurde der Roman zum millionenfach verkauften Bestseller, der selbst Dan Browns globale Literaturwalze Sakrileg überholte. Und auch die nun vorliegende deutsche Übersetzung Seelenkalt ist nicht etwa in einem Verlag für das Wahre, Gute und Schöne erschienen. Der Roman wird in der reisserischen Reihe «Hardcore» des Heyne-Verlags veröffentlicht.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.