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Kurzfilm: Was kostet die Schweiz?

Bling, bling: In «30 Sekunden Schweiz» wird pingelig errechnet, was in 30 Sekunden über eine Zürcher Strasse rollt. Das Ergebnis verblüfft.

Eine Momentaufnahme vom Zürcher Asphalt: Der Kurzfilm von Chris Niemeyer und HC Vogel.

Zürich ist ein teures Pflaster, das ist bekannt, und teuer ist auch, was über ebendieses Pflaster rollt. Erst ein Audi für 88'965 Franken, dann ein Mercedes-Benz für 66'800 Franken, ein Saab für 54'740 Franken, ein BMW für 84'060 Franken, als letzter ein Toyota Hilux für, immerhin, 40'400 Franken. Gesamtsumme aller Autos: stolze 998'015 Franken, nur knapp also vor der magischen Million. Am Ende trottet ein Agent Provocateur auf dem Trottoir vorbei – in die Gegenrichtung, notabene.

Was bloss wollen uns die Filmemacher mit ihrem kurzen Werk sagen? Um was geht es? Wohl doch nicht, dass Zürich zu reich ist? Das weiss ja jede und jeder mittlerweile. Geht es um Kapitalismuskritik, ihr mit euren fetten Schlitten und so? Wahrhaftige Menschen bewegen sich zu Fuss fort? Auch das wär gar plump.

Es muss was anderes sein! Geht es um die Preisdifferenz? Dass der Ford Mondeo (29'350 Franken) doch eigentlich ebenso sauber und geschwind vorbeirauscht wie der VW Touareg (102'900 Franken)?

Wollten die Macher das Insektenhafte des Strassenverkehrs veranschaulichen, inszenieren? Wie flinke Käfer huschen die Vehikel vorbei, schattenhaft, geschalt in dunkle Panzer, hinter irgendetwas her, auf einer eiligen Jagd nach verlockender Beute.

Oder geht es etwa um die vorbeistolzierende Agent-Provocateur-Dame? Schliesslich sei der Film ja für eine Homepage namens Agent-provocateur.ch produziert worden, so heissts im Abspann. Geht es um die Person? Ist sie eine V-Frau? Geht es um die Zeitung (?) in ihrer Hand? Um... ihre Strümpfe?

Oder hatten die Filmemacher doch etwas ganz anderes im Sinn. Der Streifen gibt Rätsel auf, es bleiben Fragen über Fragen...

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