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«Manchmal quasseln auch seine Bilder»

Experte Fred van der Kooij hat sich durch das Werk des russischen Regisseurs Alexander Sokurow gewühlt, dem das Filmpodium eine eigene Reihe widmet.

Widerspricht seinem Helden auch mal: Der russische Regisseur Alexander Sokurow. Foto: Denis Sinyakov (Reuters)
Widerspricht seinem Helden auch mal: Der russische Regisseur Alexander Sokurow. Foto: Denis Sinyakov (Reuters)

Der bekannteste Film von Sokurow ist «Russian Ark» von 2002, die Tour durch die Eremitage in St. Petersburg ohne einen einzigen Schnitt. Funktioniert der Film noch?

Er bleibt eine gigantische Leistung. Im Film geht ein französischer Tourist durchs Museum, mit zynischem Blick auf die gross angerichtete Provinz, für die er Russland hält. Aus dem Off hört man Sokurow, der ihm widerspricht. Das ist witzig, weil heute jedem Filmstudenten eingetrichtert wird, dass er seinen Helden lieben muss. Sokurow dagegen verachtet ihn. Das ist ganz erfrischend. Dazu gibt es eine Wirrnis von Zeiten: Die Ist-Zeit des Films wird überlagert von vielen historischen Gegenzeiten. Nur die sozialistische Epoche klammert Sokurow aus. Am Schluss bleibt deshalb ein nostalgischer Blick auf eine Menge Leute mit Perücken. Das ist mir dann doch eine zu parfümierte Sicht.

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