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Mitgefühl mit dem Mächtigen

Der Film über Christoph Blocher war in Locarno heiss erwartet worden. Doch Jean-Stéphane Bron erliegt dem Phänomen Blocher beim Versuch, ihn zu deuten.

«Nichts Neues», sagt Silvia Blocher, als sie mit ihrem Mann von Bern wegfährt. Sie meint die Bestätigungswahl von Eveline Widmer-Schlumpf, es trifft genauso gut auf das Porträt zu, das Jean-Stéphane Bron über Christoph Blocher gedreht hat.

Er habe sich schon mit 15 für Politik interessiert, sagt der Regisseur der Presse in Locarno. Und er hat sich seither als politischer Dokumentarist empfohlen. Der Waadtländer verzauberte sein Land mit einem subtilen Film über die Mechanik der Schweizer Kommissionspolitik («Mais im Bundeshuus», 2003). Er brillierte mit einem nachgestellten Prozess über den Kampf der Stadt Cleveland gegen die Banker und Manager («Cleveland vs. Wallstreet, 2010). Er überzeugt mit einem Engagement, das ohne Belehrung auskommt. Jean-Stéphane Bron, der linke Welsche, denunziert nicht; er zeigt auf.

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