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Mythos und Misere

Der Portugiese Miguel Gomes hat den schönsten Film des Jahres gedreht. Ein sechseinhalbstündiges Grossprojekt in drei Teilen, das Schuldenpolitik mit «Tausendundeiner Nacht» verbindet.

Einfache Menschen als Produzenten fabelhafter Güter: Der dritte Teil des Films erzählt von Männern, die Buchfinken fangen, um ihnen das Singen zu lehren. Foto: PD
Einfache Menschen als Produzenten fabelhafter Güter: Der dritte Teil des Films erzählt von Männern, die Buchfinken fangen, um ihnen das Singen zu lehren. Foto: PD

Dies ist ein Film in drei Teilen, der damit beginnt, dass der Regisseur davonrennt. Sein Vorhaben wächst ihm über den Kopf, er bekommt eine Art geistige Höhenangst, so viel hat er sich vorgenommen. Während eines Jahres will er von der Not erzählen, die die Austeritätspolitik der EU bei den Ärmsten in Portugal auslöst, von Abstieg und Scham und allen Dingen, die krank machen. Und zugleich will er die Realität überhöhen, hineinstürzen ins Land von Fiktion und Schönheit. Das kann ja nicht funktionieren, sagt er zweifelnd aus dem Off. Wie soll man einen kämpferischen Film ­drehen, der der Wirklichkeit entflieht? Wie soll das zusammengehen, Engagement und Weltflucht? Aber es geht zusammen, auf wundersame Weise.

«1001 Nacht»: Ausschnitt aus Teil 1. (Box Productions)

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