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«Niemand will eine Kamera in der Bank»

Der international gefeierte Dokfilm von Jean-Stéphane Bron zerrt Investmentbanken auf die Anklagebank. Der Schweizer über Schuld, Macht und die Verbindung zwischen Wallstreet und Bahnhofstrasse.

Herr Bron, Sie prangern in Ihrem Film das Bankenwesen an. Dazu inszenieren Sie einen Gerichtsprozess, in dem enteignete Hausbesitzer gegen Investmentbanken kämpfen. Warum haben Sie diese Verhandlung in Amerika und nicht in der Schweiz angesiedelt? Weil die Stadt Cleveland konkret versucht hat, einen Prozess gegen die Banken zu führen. Als ich davon in einer Zeitung las, kam mir das wie die Inhaltsangabe eines Gerichtsthrillers vor: Kleine Stadt kämpft gegen übermächtige Lobby. Ausserdem habe ich in der Schweiz probiert, einen Dokfilm über die Bankenkrise zu drehen, aber es hat sich als unmöglich herausgestellt.

Weshalb? Bereits während der Dreharbeiten zu «Mais im Bundeshuus» habe ich viele Banker getroffen. Die waren alle nett – aber nicht mehr. Banken sind Orte der Macht. Da will niemand eine Kamera sehen – das gilt übrigens auch für die Kunden.

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