Schön, aber zu spät – Pannen-Lawrence

Oscars 2016: Das sind die Highlights der Hollywood-Show im Bild.

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Bei der 88. Oscar-Verleihung ist «Spotlight» zum besten Film gekürt worden. Das Journalismus-Drama setzte sich in der Königskategorie gegen den Survival-Thriller «The Revenant» durch. Dafür gewann Alejandro González Iñárritu mit «The Revenant» zum zweiten Mal in Folge den Oscar für die beste Regie. Sein Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio hat es endlich ebenfalls geschafft: Für seine Rolle als wilder Rächer gewann er seinen ersten Oscar. Beste Hauptdarstellerin wurde Brie Larson im Drama «Raum.»

Überschattet wurde die Gala vom Sonntagabend jedoch von Anfang an von der Debatte über die ethnische Eintönigkeit unter den Nominierten, die die Oscars zum zweiten Mal in Folge prägt. In der Nähe des Dolby Theatre kamen Dutzende Menschen zum Protest zusammen, der schwarze Moderator Chris Rock las der Traumfabrik im Saal die Leviten.

Es handle sich um die «Choice Awards der weissen Leute», sagte der Komiker - in einen weissen Smoking gekleidet. «Ist Hollywood rassistisch? Da liegenSie verdammt richtig, es ist rassistisch.» Eigentlich unterscheide sich die Oscar-Gala in Sachen mangelnde Diversität nicht sehr von vorangegangenen Verleihungen, sagte Rock. Nur seien die Schwarzen in früheren Jahrzehnten zu sehr damit beschäftigt gewesen, «vergewaltigt und gelyncht zu werden, als sich darum zu kümmern, wer als bester Kameramann» ausgezeichnet worden sei. Auf das Thema sollte Rock im Laufe des Abends immer wieder zu sprechen kommen.

In seiner Dankesrede setzte sich auch der Mexikaner Iñárritu für mehr Vielfalt ein. «Was für eine grossartige Gelegenheit für unsere Generation, uns echt von all den Vorurteilen und diesem Stammesdenken zu befreien und ein für allemal sicherzustellen, dass die Hautfarbe so irrelevant wie die Haarlänge wird», erklärte er. Schon im Vorjahr hatte der 52-Jährige für seine Arbeit an der Satire «Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit» einen Oscar als bester Regisseur erhalten. Das Kunststück ist nur zwei anderen Filmemachern gelungen: John Ford und Joseph L. Mankiewicz.

Iñárritus Racheepos «The Revenant» war mit zwölf Nominierungen ins Rennen gegangen. In dem Drama verkörpert DiCaprio einenTrapper, der in den erbarmungslosenWeiten des verschneiten Westens im 19. Jahrhundert ums Überleben kämpft und auf Rache aus ist.

Der 41-jährige Hollywoodstar war schon vier Mal Anwärter auf einen der begehrten Goldjungen, ging aber immer leer aus. Am Sonntag war es dann soweit. Seine Dankesrede nutzte DiCaprio zum Appell zu einem entschiedeneren Handeln gegen die globale Erwärmung. «Der Klimawandel ist echt», sagte er. «Er passiert jetzt. Er ist die dringendste Bedrohung, mit der unsere Spezies konfrontiert ist.»

Einem ernsten Thema widmet sich auch das Drama «Spotlight», das von den hartnäckigen, methodischen Recherchen von Reportern des «Boston Globe» über sexuellen Missbrauch durch katholische Priester handelt. Neben dem Preis für den besten Film nahmen Regisseur Tom McCarthy und Josh Singer noch die Trophäe für das beste Drehbuch mit.

Einen guten Abend erwischte auch der post-apokalyptische Action-Film «Mad Max: Fury Road:» Für den Streifen gab es sechs Auszeichnungen in überwiegend technischen Kategorien.

Beste Nebendarstellerin wurde die Schwedin Alicia Vikander für ihre Rolle in der Transgender-Erzählung «The Danish Girl», der Brite Mark Rylance erhielt den Preis für die beste Nebenrolle für seine Leistung in «The Bridge of Spies - Der Unterhändler».

Den Oscar für den fremdsprachigen Film bekam das ungarische Drama «Son auf Saul» zugesprochen. Es erzählt die Leidensgeschichte eines Juden im Konzentrationslager Auschwitz, der für eine traditionelle Bestattung eines toten Jungen kämpft, den er für seinen Sohn hält.

Erstellt: 29.02.2016, 00:17 Uhr

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