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Peter Liechti ist tot

Vor zwei Wochen wurde der Filmmacher noch mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet – nun ist er seiner schweren Krankheit erlegen.

Eigenwilliger Filmer: Peter Liechti filmte, was ihn persönlich umtrieb. Sein Werk spottet klassischer Genre-Zuweisungen.
Eigenwilliger Filmer: Peter Liechti filmte, was ihn persönlich umtrieb. Sein Werk spottet klassischer Genre-Zuweisungen.
Keystone
Im März noch gewann der 63-Jährige für seinen letzten Film «Vaters Garten. Die Liebe meiner Eltern» den Schweizer Filmpreis.
Im März noch gewann der 63-Jährige für seinen letzten Film «Vaters Garten. Die Liebe meiner Eltern» den Schweizer Filmpreis.
Keystone
Nun ist Peter Liechti nach langer Krebskrankheit in Zürich gestorben.
Nun ist Peter Liechti nach langer Krebskrankheit in Zürich gestorben.
Keystone
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Der Schweizer Filmemacher Peter Liechti ist am Freitagabend im Alter von 63 Jahren seiner jahrelangen Krebs-Krankheit erlegen. Vor zwei Wochen noch wurde ihm für «Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern» der Schweizer Filmpreis für den besten Dokumentarfilm verliehen, den er allerdings nicht mehr persönlich entgegennehmen konnte. Der Film zeichnet ein Porträt seiner betagten Eltern, das zahlreich ausgezeichnet wurde. Über seinen Film sagte Liechti: «Ich hatte mich stets als Fremdling gefühlt in meiner Familie – bis ich fast schockartig bemerkte, wie ähnlich wir uns in Wirklichkeit sind. Je häufiger ich meine Eltern sehe, umso mehr rührt mich ihr hohes Alter, ihr langsames Verschwinden aus diesem Leben.»

Im März hatte das Berliner «Arsenal» dem Filmemacher eine umfassende Werkschau gewidmet; die Solothurner Filmtage stellten ihn in den Mittelpunkt der diesjährigen «Rencontre». Liechtis erster Kinofilm war 1995 «Signers Koffer», der in Kollaboration mit dem Künstler Roman Signer entstanden war. Weitere Filme aus Liechtis Werk sind etwa «Hans im Glück» (2003) – «die Geschichte von einem, der auszieht, das Rauchen loszuwerden» oder «The Sound of Insects» (2009), der den Selbstmord eines Mannes durch Verhungern dokumentiert. Der Film wurde 2009 mit dem Europäischen Filmpreis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Peter Liechti wurde am 8. Januar 1951 in St. Gallen geboren. Nach der Matura startete er ein Medizinstudium, brach es aber bald ab zugunsten des Studiums an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich, das er mit dem Diplom für das Höhere Lehramt abschloss. Neben dem Broterwerb als Zeichenlehrer entstanden ab Mitte der 80er Jahre erste experimentelle Filme, oft in Zusammenarbeit mit Künstlern.

Nach Mittag lesen Sie hier einen Nachruf auf Peter Liechti.

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