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Schnipp-schnapp, Arm ab

Oscar-Regisseur Danny Boyle hat die Geschichte des Mannes verfilmt, der sich bei einer Bergtour selber den Unterarm amputieren musste. Das Publikum mag den Film - wenn es denn nicht in Ohnmacht fällt.

Der Fall erregte weltweit grosses Aufsehen: Der junge Bergsteiger Aron Ralston geriet bei einer Canyon-Tour unter einen Felsblock und musste sich, nachdem er Stunden vergebens auf Rettung gewartet hatte, sich selber den Arm absäbeln – mit einem Taschenmesser. Der englische Starregisseur Danny Boyle («Slumdog Millionaire») nahm Ralstons später erschienenen Tatsachenbericht als Vorlage für seinen Film «127 Stunden», der soeben bei ersten Filmfestival Premiere feierte. Doch der Film hat es in sich – wo er auch gezeigt wird, fallen die Zuschauer bei der Amputationsszene in Ohnmacht. Oder übergeben sich. Oder leiden nach dem Film unter Übelkeit.

Jeder Filmemacher wünscht sich starke Reaktionen des Publikums – dass sie allerdings so stark ausfallen könnten, damit hatte auch Boyle nicht gerechnet. Schauspieler James Franco, der Ralston spielt, kommentierte dazu: «Es handelt sich nicht um einen Horror-Film – wir wollten die Leute nicht absichtlich erschrecken und anekeln.» Dennoch muss sich die Produktionsfirma Fox Searchlight bereits sorgen, ob die Übelkeitsattacken nicht vielleicht ein breiteres Publikum davon abschrecken, sich den 20-Millionen-Film anzusehen.

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