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Schweigeminute an der Berlinale

An der Eröffnung der 70. Ausgabe der Filmfestspiele wurde der Opfer von Hanau gedacht. Die Reden waren politisch.

Die Gäste der Berlinale-Eröffnung gedachten der 11 Opfer von Hanau. Tobias R. tötete die 11 Menschen aus Hass gegen Ausländer.
Die Gäste der Berlinale-Eröffnung gedachten der 11 Opfer von Hanau. Tobias R. tötete die 11 Menschen aus Hass gegen Ausländer.
Keystone

Der Eröffnungsabend der 70. Berlinale am Donnerstag wurde von der Aktualität überrollt. Während der Gala im Berlinale-Palast legten die Gäste eine Schweigeminute für die Opfer des Attentats von Hanau ein. Eine Standing Ovation bekam Kulturstaatsministerin Monika Grütters für ihre Absage an rechtsradikale Kräfte in der Politik: «Nie darf es eine wie auch immer geartete politische Zusammenarbeit mit diesen rassistischen und völkischen Kräften geben. Nirgendwo.»

Dem neuen künstlerischen Leiter Carlo Chatrian fiel entsprechend die Aufgabe zu, das Kino als Ort der Gemeinschaft zu preisen, «ein Ort, der es den Menschen erlaubt, zu träumen». Als Fest der Freiheit habe die Berlinale auch eine grosse Bedeutung für die Menschen in Berlin. Verglichen mit seinem Vorgänger Dieter Kosslick wirkte Chatrian noch etwas verloren im grossen Festivalbetrieb; wo Kosslick jovial die Gäste auf dem Teppich begrüsste, musste man Chatrian fast schon suchen.

Die Kritiker und Kritikerinnen in Berlin begegnen dem ehemaligen Locarno-Leiter aber allemal mit Sympathie: Chatrian hat das Programm von 400 auf 340 Titel gestrafft und die Auswahl klarer strukturiert. Im Wettbewerb wurden die üblichen mittleren US-Produktionen zugunsten von neuen Stimmen wie Eliza Hittman weggeräumt und warten auch ein paar eher sperrige und ausufernde Sachen. Von einem «Locarno-Einfluss» ist da schon die Rede in den Kinosälen.

Gut aufgenommen wurde bislang auch die neue, experimentellere Reihe «Encounters». Erste Entdeckung ist das Debüt «Nackte Tiere» von Melanie Waelde, das die Jugend in der deutschen Provinz jenseits von Geschlechterstereotypen und bürgerlichen Familienverhältnissen zeichnet – ein Film von roher Kraft und Körperlichkeit.

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