Schweizer Filmer nagen am Hungertuch

Eine neue Studie zeigt, dass Arbeit und Ertrag im Schweizer Film in keinem Verhältnis zueinander stehen.

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Dreharbeiten zu "Zwingli": Schweizer Drehbuchautoren und Regisseure arbeiten im «Tieflohnbereich».

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Wenn im Filmbusiness von Geld die Rede ist, dann geht’s in der Regel um Einspielergebnisse, allenfalls auch um die Höhe von Produktionsbudgets. Über Löhne wird indes nicht gesprochen, ganz besonders nicht in der Schweiz. Höchste Zeit, etwas zu ändern, befand der Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz. Was nun eine diesbezügliche Studie zu Tage gefördert hat, ist allerdings – um es freundlich zu sagen – ernüchternd.

Umgerechnet auf einen Brutto-Monatslohn verdienen sowohl Autoren wie Regisseure im Schnitt zwischen 3000 und 4200 Franken, ganz gleich, ob sie für Spielfilme oder Dokumentarfilme tätig sind. Jörg Langer, der die Studie durchführte, kam zum Schluss, dass Schweizer Filmschaffende in «einem absoluten Tieflohnbereich» arbeiten. Viele müssten ihre Arbeit querfinanzieren, also mit «Schattenbeteiligungen» zu ihren Projekten beitragen. Das sei gefährlich, denn: «Honorare und Löhne, von denen Filmschaffende nicht leben können, beeinträchtigen die soziale Diversität in der Filmbranche und sind familienfeindlich.»

«Es ist erschreckend, wie sehr wir uns in die Tasche lügen.»Filmregisseur Stefan Haupt («Zwingli»)

In einer Diskussionrunde an den Solothurner Filmtagen äusserten sich im Anschluss an die Studienpräsentation Drehbuchautoren, Regisseure und Filmförderer zur prekären Situation. In Erinnerung bleibt dabei ein Statement von Regisseur Stefan Haupt («Zwingli»), der punkto Arbeitsaufwand anmerkte: «Es ist erschreckend, wie sehr wir uns da in die Tasche lügen. Es braucht schon eine enorme Risikobereitschaft in unserem Beruf.» Dokumentarfilmerin Fanny Bräuning («Immer und ewig») sprach gar von einer «inneren Kapitulation von vornherein» bezüglich Aufwand und Ertrag.

Da kann man sich fragen, ob und wie diese Befunde mit der Kulturbotschaft 2021 bis 2024 des Bundes zusammenpassen, in der ja «kulturelle Teilhabe» und «gesellschaftlicher Zusammenhalt» als Ziele ausgerufen werden. Ivo Kummer, Filmchef des Bundes, liess dazu im Wesentlichen verlauten: «Wir möchten natürlich nicht, dass die Kreativität in unserem Land ausgehungert wird.»

Erstellt: 25.01.2020, 16:45 Uhr

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