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«Ich wollte es so erzählen, dass er ein Kind will und sie Sex»

«Die Menschen wissen doch sehr genau, wann sie zu weit gehen»: Regisseurin Güzin Kar. Foto: Raisa Durandi

Haben Sie den Satz «Jetzt muss die auch noch eine Serie machen!» schon sagen hören?

Schweizer sind aber besonders skeptisch.

Dabei sind Fernsehserien doch ein sehr populäres Format?

Es gibt ja Paare um die 30, die nicht mehr ausgehen, weil sie noch «The Deuce» fertigschauen müssen.

Ihre eigene Serie «Seitentriebe» handelt von Menschen, die schon lange zusammen sind, aber keine Lust mehr aufeinander haben. Wieso kommen diese Paare alle in die Krise?

Standpauke: Leonardo Nigro, Nicola Mastroberardino, Carol Schuler (v.l.). Foto: Rot SRF

Hängen wir wirklich noch immer an diesem Ideal?

Da gehts dann auch darum, wie das Glück zu Alltag vertrocknet.

In «Seitentriebe» haben Nele und Gianni, ein kinderloses Paar um die 40, seit über zwei Jahren keinen Sex mehr. Ist das realistisch?

Nele und Gianni haben wieder mehr Sex, als sie versuchen, ein Kind zu zeugen. Vor allem möchte Gianni ein Kind. Ist ein Mann mit Kinderwunsch unsexy?

Ein Tabu?

Da stellen sich dann aber logistische Probleme.

Sex ist doch furchtbar kompliziert!

Sie haben einmal in einer Kolumne geschrieben: «Ist Sex unschweizerisch?» Natürlich war das ein Witz. Aber ist da nicht auch etwas Wahres dran?

Nur steht man dann im Tram und denkt: «Diese Leute haben Sex?!»

«Ich glaube, Schweizer tun sich schwer mit der Betrachtung von Sex. Sexualität ist ja etwas grandios Sinnloses.»

Sind Schweizer schlechte Verführer?

Sie haben auch einmal geschrieben: «Ich glaube, dass, wenn zwei sich umtanzen, oftmals beide nicht genau wissen, was sie voneinander wollen.»

Derzeit wird jedoch vor allem darüber geredet, wann jemand zu weit geht.

Man kann jemanden zu einer Überschreitung einladen.

Trotzdem scheint manchen jetzt nicht mehr klar zu sein, wo der Flirt endet und der Übergriff beginnt.