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Sie will fühlen, nicht verharren

Im Kurzfilm «Elysion» sitzen nicht Roadmovie-Heldinnen Thelma und Louise im schnittigen Auto, sondern Mutter und Tochter. Eine sinnlich erzählte Science-Fiction-Geschichte.

ama

Wie ein Komapatient, der die Welt nicht verlassen will, aber handlungsunfähig in einem Zwischenraum zu verweilen hat, verharrt Rose. Sie hat sich vor langer Zeit von der Realität verabschiedet. In ihrer verrückt-fantasievollen Welt fühlt sie sich wohl. Aber nicht nur das, sie fühlt überhaupt. In der Realität gelingt ihr das nämlich nicht mehr.

Ihr ambivalentes Dasein oszilliert zwischen der zermürbenden Stille der Aussenwelt und ihrer schrillen Innenwelt, die rätselhaft harmonisch und trotzdem gefährdet scheint.

Ärzte, die gar keine echten Ärzte sind

In ihrem Zustand fällt ihr die Distanz zu ihrer eigenen Tochter schwer, ihre Helfer stellt sie infrage: «Sie holen mich zurück, diese Ärzte, die gar keine echten Ärzte sind.» Das will sie aber nicht. Nicht, wenn sie bloss in dieser Verfassung verweilen muss, ohne zu fühlen, ohne die Liebe ihres Kindes spüren zu können.

«Elysion» ist ein sinnlich erzählter Science-Fiction-Film, dessen Bilder an das Roadmovie «Thelma und Louise» erinnern. Nur sind es keine verrückten Freundinnen, die am Schluss im schmucken Auto sitzen, sondern Mutter und Tochter, deren Draht gekappt wird. Die wehrlose Mutter beendet ihr Dasein mit den Worten: «Ich versuche meiner Tochter zu erklären, dass es kein Selbstmord ist – dass es genau das Gegenteil ist.»

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