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Solider Wirklichkeitssinn

Der Westschweizer Yves Yersin zeigt im internationalen Wettbewerb von Locarno seinen neuen Dokumentarfilm: «Tableau noir», ein Abgesang auf eine kleine Schule.

Hat seine Karriere gemacht: Yves Yersin spricht am Filmfestival in Locarno über sein neustes Werk. (12. August 2013)
Hat seine Karriere gemacht: Yves Yersin spricht am Filmfestival in Locarno über sein neustes Werk. (12. August 2013)
Keystone

Locarno galt ja einmal als ein Festival der zu entdeckenden Debütanten, zumal der internationale Wettbewerb manche filmische Karriere beförderte. Der Westschweizer Filmemacher Yves Yersin, geboren 1942, hat hingegen eine Beförderung gewiss nicht mehr nötig. Der Regisseur von «Les petites fugues» (1979, und nur zur Erinnerung: Das ist der herrliche Film, in dem ein Bauernknecht die Lust am Töfflifahren lernte und am Verspritzen von Senf aus diesen kleinen Tuben, die es damals noch zur Cervelat gab) hat seine Karriere gemacht. Und doch hat es mit seiner Präsenz an einem «Festival der Entdeckungen» schon seine Richtigkeit. Wegen der Entdeckung, dass es noch da ist und dass er sich seinen politischen Kopf bewahrt hat und sein Auge für die individuellen Realitäten. Sein Wettbewerbsbeitrag, ein liebenswürdiger Dokumentarfilm, heisst «Tableau noir». Er steht wie ein erratischer Block aus solidem Wirklichkeitssinn in einer Masse von viel raffinierterer Künstlichkeit.

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